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Nationalsozialismus in Mecklenburg


Bearbeiter: Michael Buddrus


Das Projekt gliedert sich in folgende Teilbereiche:

  • NS-Eliten in Mecklenburg 1925 - 1945

    Ermittlung und Darstellung der Organisationsstrukturen und der Funktionsträger innerhalb der mecklenburgischen NSDAP sowie in den mit ihr verbundenen Gliederungen, angeschlossenen Verbänden und betreuten Organisationen von der Gau- bis auf die Ortsgruppenebene; untersucht werden auch die staatlichen Funktionsträger aus der Ministerialbürokratie, die Landräte und die Bürgermeister der mecklenburgischen Städte, die maßgeblichen Funktionsträger aus den Repressionsapparaten (wie Richter und Staatsanwälte, Offiziere der verschiedenen Polizeistrukturen), die führenden Repräsentanten und Multiplikatoren aus den Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft und Kirchen (bislang sind 5.137 Personen erfaßt und biographisch bearbeitet).

  • Die Professoren der Universität Rostock 1932 - 1945

    Als ein vor allem aus bislang kaum berücksichtigten Primärquellen gearbeiteter Beitrag zur Geschichte der nationalsozialistischen Hochschul- und Wissenschaftspolitik Mecklenburgs wird in einem biographischen Lexikon zum ersten Mal die gesamte Professorenschaft einer deutschen Universität im Dritten Reich beleuchtet; es werden die Lebenswege und Karrierestationen der 189 Professoren dargestellt, die in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Mecklenburg (Juli 1932 - Mai 1945) an der Universität Rostock tätig waren; erfaßt werden außerdem die führenden Personen der staatlichen Hochschulverwaltung des Landes sowie die leitenden Funktionäre der NS-Wissenschaftspolitik des Gaues Mecklenburg. In einem statistischen Anhang erscheinen außerdem die Rektoren und Dekane sowie die Lehrstühle und Institute der Universität mit ihren jeweiligen Leitern.

 

  • Die mecklenburgischen Ärzte 1929 - 1945

    Als Beitrag zur Geschichte des mecklenburgischen Medizinalwesens im Dritten Reich entsteht ein biographisches Lexikon, in dem sämtliche zwischen 1929 und 1945 in Mecklenburg niedergelassenen, angestellten und beamteten Ärzte und Ärztinnen sowie die Funktionäre der staatlichen Medizinalverwaltung, die Führer der NS-Ärzteorganisationen und die Leiter der ärztlichen Standesorganisationen betrachtet werden; derzeit sind 1.447 Mediziner erfaßt, darunter 181 Ärztinnen.

 

  • Die mecklenburgischen Kabinette und Minister 1918 - 1952

    Anknüpfend an die weitgehend aus Sekundärquellen zusammengestellte, deshalb teilweise fehlerhafte und unvollständige Veröffentlichung von Helge Bei der Wieden (Die mecklenburgischen Regierungen und Minister 1918 - 1952, Kön/Wien 1978) ist beabsichtigt, ein erstmals aus Personal- und Sachakten gearbeitetes biographisches Lexikon über die führenden Repräsentanten der mecklenburgischen Regierungen in der Zeit der Weimarer Republik, des Dritten Reiches und der DDR zu erarbeiten.

 

  • Die SS-Führer im SS-Oberabschnitt Nord/Ostsee

    Als Beitrag zur einer Organisations- und Sozialgeschichte der SS werden neben der Binnengliederung und den Verwaltungsstrukturen erstmals die haupt- und nebenamtlichen SS-Führer einer größeren regionalen Organisationseinheit, des SS-Oberabschnitts Nord bzw. Ostsee (umfaßte die Gaue Mecklenburg und Pommern), ermittelt und biographisch bearbeitet (bislang sind - einschließlich SD und Gestapo - 967 Personen erfaßt)

 

  • Die "Gauamtsleiterprotokolle"

    Kommentierte Edition der Protokolle der Sitzungen, die in der Zeit zwischen April 1941 und November 1944 unter Leitung des mecklenburgischen Gauleiters, Reichsstatthalters und Reichsverteidigungskommissars Friedrich Hildebrandt (1898 - 1948) mit den Gauamtsleitern und Kreisleitern der NSDAP, mit den Mitgliedern des Reichsverteidigungsausschusses, des Einsatzstabes und des Sonderstabes des Gauleiters sowie den Landräten und Bürgermeistern Mecklenburgs stattgefunden haben.Die 50 überlieferten, stenographisch erfaßten (Wort-)Protokolle stellen nicht nur deshalb eine Quelle ersten Ranges dar, weil für keinen anderen der 43 NSDAP-Gaue des Reiches ein ähnlicher Quellenkorpus überliefert ist; mit ihnen können erstmals auch Denkweisen, Problemwahrnehmungen und das konkrete Agieren der verantwortlichen regionalen Akteure auf der Gauebene sichtbar gemacht und gezeigt werden, ob und wie sich zentrale Vorgaben beim Krisenmanagement an der Heimatfront auf der Ebene eines Gaues niederschlugen. Neben wichtigen regionalgeschichtlichen Erkenntnissen sind auch überregionale Forschungsimpulse zu erwarten, zumal die Gauleitungen, die diversen Gaustäbe und die Reichsverteidigungsausschüsse zu den bislang weitgehend unerforschten NS-Mittelbehörden gehören.

Stand: April 2007

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