08.12.2016

Friedensbewegung in der frühen Bundesrepublik



Nicht erst mit den großen Friedensmärschen der 1980er Jahre machte in der Bundesrepublik eine engagierte Friedensbewegung auf sich aufmerksam: Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs war gerade in den Anfangsjahren der Republik der pazifistische Gedanke auch in München präsent. Eine Ausstellung von Archiv und Bibliothek des Instituts für Zeitgeschichte zeigt noch bis Ende Januar 2017 Dokumente und Bilder aus der Frühphase der bundesdeutschen Friedensbewegung

 

Den zeitlichen Auftakt macht eine kurze Dokumentation der Bundestagsdebatte über Herstellung und Vertrieb von Kriegsspielzeug aus dem Jahr 1950. Flugschriften, zeitgenössische Veröffentlichungen und Akten z.B. zu lokalen Aktionen der „Weltorganisation der Mütter Aller Nationen“ (W.O.M.A.N.) - eine Protest-Autokolonne durch München und ein „Atom-Standl“ am Isartor 1958 sowie Hiroshima-Mahnwachen - leiten über zu friedenspädagogischen Lehrmitteln für die Aufklärung über die Gefahren der Atombombe und zu Zeugnissen der Ostermarsch-Bewegung in München wie zur Kriegsdienstverweigerung. Sekundärliteratur zur Friedensbewegung der Zeit rundet die Bestandsschau im Foyer ab.

 

Im internationalen Zusammenhang der Frauen-Friedensbewegung zeigt das IfZ außerdem eine Fotostrecke des Weltfrauenkongresses in Moskau 1963. Die Aufnahmen wurden von vier sowjetischen Delegierten während eines Deutschlandbesuches im selben Jahr an die Münchner Sektion der Weltorganisation der Mütter aller Nationen überreicht und sind nun zum ersten Mal öffentlich zu sehen.

 

Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr besucht werden.

 

Eine Gruppenführung ab 10 Personen kann vereinbart werden mit Ute Elbracht, 089 12688-128/ elbracht[at]ifz-muenchen.de




© Institut für Zeitgeschichte