27.12.2016

Fluchtpunkt Europa



Tagungstelegramm: Historische Einordnung und politische Perspektiven

 

Migration, Flucht und Asyl sind zentrale Themen der gegenwärtigen Debatte in Deutschland und Europa. Angesichts der tagesaktuellen Krisenbewältigung gerät die historische Tiefendimension dabei oftmals aus dem Blick. Mit einer Podiumsdiskussion beleuchtete das IfZ am Donnerstag, 15. Dezember 2016, den derzeit dringlichsten Brennpunkt der Migrationspolitik und diskutierte die Problemlagen und Handlungsoptionen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten im Angesicht der aktuellen Flüchtlingsbewegungen.

 


Auf unserem Podium im IfZ München saßen Michael Schwartz (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin), Katharina Lumpp (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, Berlin), Christiane Schlötzer (Süddeutsche Zeitung) und Krysztof Ruchniewicz (Universität Breslau). Moderiert wurde die Runde von Jeanne Rubner (Bayerischer Rundfunk).

 

Die öffentliche Veranstaltung fand im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten internationalen Konferenz „Migration, Flucht und Asyl“ statt, die das IfZ zusammen mit der University of Toronto organisierte. Vom 14. bis 16. Dezember untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen Konzepte, Akteure und Praktiken weltweiter Migration in historischer Perspektive seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Unser Foto zeigt das Eröffnungpanel, das den Forschungsstand aus Sicht der Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie und des internationalen Völkerrechts beleuchtete.

Ausgehend von Flucht und Vertreibung im Europa der Nachkriegszeit und den politischen Flüchtlingen im Kalten Krieg richtete sich der Blick auf die Massenfluchtbewegungen in den Ländern der Dritten Welt seit den 1970er Jahren. Mit der Auflösung der Sowjetunion und den Jugoslawienkriegen wurde Migration in den 1990er Jahren sowie jüngst im Kontext des syrischen Bürgerkriegs erneut zu einer bedeutenden Herausforderung für Europa und die Europäische Union.


Aus dieser globalen Perspektive verfolgte die Tagung drei Leitfragen: Welche politischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Konzepte von Migration, Flucht und Asyl sind greifbar und wie veränderten sich diese im Laufe der Jahrzehnte? Welche Motive, Normen und Prinzipien prägten den Diskurs um humanitäre Hilfe, Migrations- und Asylpolitik? Welche Akteure agierten im globalen Migrationsregime und welche Praktiken politischer Steuerung und Einflussnahme entwickelten sie?

 

Ein ausführlicher Tagungsbericht ist in Vorbereitung.




© Institut für Zeitgeschichte