07.02.2017

Schuld, Leid und Erinnerung



Tagungstelegramm: Der Historiker Gilad Margalit über die Gedenkkultur in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

 

Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in Nachkriegsdeutschland in einem erinnerungskulturellen Spannungsfeld: Diskurse um Schuld und Verantwortung konkurrierten mit solchen um deutsche Tote und deutsches Leiden. Die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und derjenigen, die gegen das NS-Regime gekämpft hatten, standen dabei lange Zeit nicht im Vordergrund der offiziellen Gedenkkultur. Der 2014 verstorbene israelische Historiker Gilad Margalit hat sich in seinem preisgekrönten Hauptwerk „Schuld, Leid und Erinnerung“ mit diesen Diskursen auseinandergesetzt und ein differenziertes Bild der deutschen Gedenkfeiern gezeichnet, die unter anderem an den Volkstrauertagen und den Jahrestagen der Bombardierungen deutscher Städte stattfanden.

 

Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung erinnerten am Donnerstag, den 2. Februar 2017 Kollegen und Weggefährten Margalits an dessen zentrale Anstöße für den Diskurs über die NS-Vergangenheit Deutschlands. Die Herausgeberin Rony Margalit sprach in einem Grußwort über ihren Vater und sein Werk, bevor Philipp Gassert (Universität Mannheim) in „Schuld, Leid und Erinnerung“ einführte. In einer anschließenden Podiumsdiskussion setzten sich Alan E. Steinweis (University of Vermont), Till van Rahden (Université de Montréal) und Philipp Gassert unter der Moderation von Andreas Wirsching (Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin) mit den zentralen Thesen von Margalits Werk auseinander.




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