28.04.2017

"Hitlers erster Feind"



Tagungstelegramm: Stefan Aust stellt seine Recherchen über Konrad Heiden vor


Nach einer Begrüßung durch Magnus Brechtken (Stellv. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin) stellte Stefan Aust, Herausgeber der Tageszeitung "Die Welt", am Dienstag, den 25. April 2017, sein Buch "Hitlers erster Feind. Der Kampf des Konrad Heiden" in München vor. Im Gespräch mit Jürgen Zarusky (Institut für Zeitgeschichte München - Berlin) zeichnete er ein lebendiges Portrait des Hitler-Gegners. Dabei kam auch die Entstehungsgeschichte des Werks zur Sprache, das in großen Teilen auf dem Nachlass Konrad Heidens basiert, der im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte aufbewahrt wird. 

 

Konrad Heiden war einer von Hitlers schärfsten Kritikern, und doch soll sich dieser bei Veranstaltungen manchmal geweigert haben, mit seiner Rede zu beginnen, bevor er nicht eingetroffen war. Als Mitarbeiter der angesehenen "Frankfurter Zeitung" gehörte er zu den ersten Publizisten, die den Aufstieg der Nazis kritisch begleiteten. Auf seiner zweibändigen Hitler-Biografie, die 1936/37 in der Schweiz herauskam, bauten fast alle späteren Lebensbeschreibungen des Diktators auf.

Und doch ist Konrad Heiden heute nahezu vergessen. Bereits während seines Studiums in München Anfang der zwanziger Jahre hatte sich der Sozialdemokrat jüdischer Herkunft gegen den Nationalsozialismus engagiert. Im März 1933 zur Flucht gezwungen, setzte Heiden seinen Kampf gegen das Regime fort. In den USA galt er als führender Experte für den Nationalsozialismus und dessen "Staatsfeind Nr. 1". 1966 starb er in New York.




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