02.05.2017

Albert Speer



Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte

 

In einer bislang so noch nie zu sehenden Zusammenstellung zeigt das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg vom 28. April bis 26. November 2017 über Jahrzehnte gesammelte Forschungsergebnisse zu Albert Speer und widerlegt dessen Legende eines von Hitler verführten, unpolitischen Technokraten, der vom Holocaust nichts gewusst habe. Die Ausstellung "Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit" entstand in enger Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ).

Insbesondere Magnus Brechtken, der stellvertretende Direktor des IfZ, hat vor dem Hintergrund seiner aktuellen Forschungsarbeit über Albert Speer umfangreiche Beratung und Unterstützung geleistet: "Albert Speer ist vermutlich der am häufigsten zitierte Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts", so Magnus Brechtken. Ein engagierter Nationalsozialist, Komplize Hitlers, Architektur-Manager, Kriegslogistiker, Rüstungsorganisator, Mitbetreiber der nationalsozialistischen Rassenpolitik, eine Zentralfigur des Eroberungs- und Vernichtungskrieges: "Das ist der reale Speer bis 1945." Doch sein Bild aus der Nachkriegszeit entspricht dem kaum: Hier erscheint Speer meist als verführter Bürger, unpolitischer Technokrat, als fleißiger Fachmann, der vor allem seine Arbeit im Sinn hatte und dabei kaum etwas wahrgenommen haben wollte von den Verbrechen, die geschahen während er mit der SS paktierte, Zwangsarbeiter in Elend und Tod trieb und europaweit die Kriegsrüstung managte.

Die Ausstellung im Dokumentationszentrum lässt die Speer-Legende sowie den Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit sichtbar werden. Damit einher geht die spannende Frage, warum diese Legende in der Bundesrepublik über Jahrzehnte so große Resonanz fand - selbst dann noch, als Historiker viele Erzählungen längst mit Fakten aus den Archiven widerlegt hatten.

In der Ausstellung kommen neun Historikerinnen und Historiker zu Wort, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten Studien zur Rolle Albert Speers im Nationalsozialismus vorgelegt haben. Hier sehen Sie Magnus Brechtkens Ausführungen zur Frage "Warum funktionierte die Speer-Legende?".

 

ORT:
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110
90478 Nürnberg
www.dokumentationszentrum-nuernberg.de

ÖFFNUNGSZEITEN:
Montag bis Freitag
9-18 Uhr
Samstag und Sonntag
10-18 Uhr

Weiterführende Informationen zur Ausstellung

Pressemitteilung zur Ausstellung

 

Veranstaltung zu Albert Speer im Institut für Zeitgeschichte

Am Mittwoch, den 31. Mai stellt Magnus Brechtken im Institut für Zeitgeschichte seine in Kürze erscheinende Studie "Abert Speer. Eine deutsche Karriere vor".
Näheres zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

 

Bildnachweise:

Bild 1: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände; Foto: Stefan Meyer, Architekturfotografie Nürnberg-Berlin

Bild 2: Pressebild-Verlag Schirner/ Deutsches Historisches Museum, Berlin




© Institut für Zeitgeschichte