02.06.2017

Albert Speer



Tagungstelegramm: Eine deutsche Karriere

 

Seit 1931 NSDAP-Mitglied und bald ein Vertrauter Hitlers wurde Albert Speer rasch zum Architekten des Rassenstaates. Im Krieg engagierte er sich als Rüstungsminister unermüdlich für den totalen Kampf und die Vernichtungsmaschinerie. Gleichwohl behauptete er nach Kriegsende, stets distanziert, ja eigentlich unpolitisch und gar kein richtiger Nazi gewesen zu sein.

 

Magnus Brechtken (Stv. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin) hat auf der Basis jahrelanger Recherchen und vieler bislang unbekannter Quellen eine umfassende Biografie des angeblich unpolitischen Technikers erarbeitet, die nun am 31. Mai 2017 im Institut für Zeitgeschichte in München im vollbesetzten Veranstaltungssaal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Unter der Moderation von Andreas Wirsching (Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin) diskutierten Magnus Brechtken, Heike B. Görtemaker (Historikerin, Berlin) und Winfried Nerdinger (Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München) darüber, wie es Speer gelang, seine Legenden zu verbreiten, und wie Millionen Deutsche sie begierig aufnahmen, um sich selbst zu entschulden. Die verblüffende Biografie eines umtriebigen Manipulators ist damit zugleich ein Lehrstück für den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte.

 

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Siedler-Verlag statt.




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