03.08.2017

Neues Forschungsprojekt



Das IfZ erarbeitet eine Edition der Reden Adolf Hitlers von 1933 bis 1945

Das Institut für Zeitgeschichte hat zum 1. August 2017 die Arbeit an einer Edition der Reden Adolf Hitlers von 1933 bis 1945 begonnen. „Seit langem ist bekannt, dass Hitler seinen politischen Aufstieg vor allem als Redner erreichte und seine programmatische Wirkung auch nach 1933 immer wieder durch Ansprachen gegenüber verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen und Akteuren erneuerte und auflud“, erklärt Magnus Brechtken, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, der auch federführend für das Projekt zuständig ist. Hitler-Reden seien damit eine zentrale Quelle des Nationalsozialismus und eine Edition dieser Reden gelte in der Geschichtswissenschaft seit langem als Desiderat.

Bislang nutzen interessierte Forscherinnen und Forscher entweder die wenig systematische und unvollständige Übersicht von Max Domarus aus den 1960er Jahren oder können allenfalls auf den Abdruck ausgewählter Reden zurückgreifen. Darüber hinaus finden sich einige Sammelbände aus der Zeit vor 1945, mit denen die zeitgenössische Bedeutung der „Führer-Reden“ betont wurde. Weder ist bislang eine vollständige Übersicht aller einschlägigen Ansprachen verfügbar noch eine geprüfte Zusammenstellung der einschlägigen Texte. Die systematische Übersicht und Verfügbarkeit dieser Quellen, wie sie nun am IfZ erarbeitet werden soll, bietet damit einen bedeutenden Beitrag zur Grundlagenforschung zum Nationalsozialismus. „Dabei wird uns vor allem interessieren, inwieweit sich die zentrale Verbindung zwischen politischer Ideologie, rhetorischer Kommunikation und gesellschaftlicher Mobilisation als Wesenselemente der Dynamisierung der nationalsozialistischen Herrschaft in den Reden spiegelt und von diesen selbst vorangetrieben wurde“, formuliert Magnus Brechtken ein wesentliches Erkenntnisinteresse des Projekts.

Das Institut für Zeitgeschichte hat langjährige Erfahrung in der Edition von Hitler-Texten: In den Jahren 1991 bis 2003 ist im IfZ die zwölfbändige Edition „Hitler. Reden, Schriften, Anordnungen 1925-1933“ erarbeitet worden. Anfang 2016 erschien Hitlers wichtigste Schrift „Mein Kampf“ in einer kritischen Ausgabe. Neben Magnus Brechtken arbeiten an der Edition der Hitler-Reden von 1933 bis 1945 Dr. Maximilian Becker und als wissenschaftliche Hilfskraft Felix Lieb.




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