07.08.2017

Neue Ausstellung



Zeitgemäße Präsentation für die Geschichte des Kehlsteinhauses


Das Kehlsteinhaus, Hitlers Panoramabau über den Berchtesgadener Alpen, hat zur Sommersaison 2017 eine neue Ausstellung erhalten. Konzipiert vom Institut für Zeitgeschichte, greifen die Informationstafeln auf der Sonnenterrasse mit historischen Fotografien und prägnanten Texten die wechselvolle Geschichte des Gebäudes auf und regen zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit an.


Wenn auch von Hitler deutlich seltener besucht als von dessen Initiator Martin Bormann gewünscht, war das Kehlsteinhaus Teil des „Führersperrgebiets“ am Obersalzberg und so in das Herrschaftssystem des Nationalsozialismus eingebunden: Hitler und seine Entourage nutzten das Gebäude mit seinem spektakulären Ausblick für offizielle Anlässe, aber auch für private Feiern. Vor der Kulisse der Berchtesgadener Alpen diskutierte Hitler mit Diplomaten, ebenso trafen er und Eva Braun hier die Familien von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und anderen führenden Nationalsozialisten. Nach 1945 wurde das auch als Eagle‘s Nest bekannte Kehlsteinhaus ein touristischer Hotspot.

Mit den 14 hinterleuchteten Ausstellungselementen bekommen die Besucherinnen und Besucher nun einen Einblick in die Veränderung des Obersalzbergs zum "Führersperrgebiet" seit 1933, den aufwändigen Bau der Kehlsteinstraße und die Errichtung des Kehlsteinhauses in den Jahren 1936 und 1937. Ebenso wird die touristische Nutzung von 1945 bis heute thematisiert. Zur Vertiefung einzelner Aspekte stehen zwei Touchscreens zur Verfügung.

Die Ausstellung wurde vom Institut für Zeitgeschichte München – Berlin im Auftrag der Berchtesgadener Landesstiftung konzipiert. Das IfZ ist auch für die wissenschaftliche und museumsfachliche Betreuung der Dokumentation Obersalzberg zuständig, die unweit des Abfahrtspunktes zum Kehlsteinhaus umfassend über die Geschichte des Obersalzbergs und die nationalsozialistische Diktatur informiert. Für die Gestaltung konnte das Berliner Büro ramicsoenario gewonnen werden, das auch die geplante neue Daueraustellung der Dokumentation Obersalzberg gestalten wird.


Weitere Informationen zum Besuch des Kehlsteinhauses finden Sie hier.




© Institut für Zeitgeschichte