13.11.2017

Ausgezeichnet



NDR Sachbuchpreis 2017 geht an Magnus Brechtken für seine Biografie über Albert Speer

Magnus Brechtken, Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, wird für seine Biografie "Albert Speer. Eine deutsche Karriere" von NDR Kultur mit dem Preis für das beste deutsche Sachbuch 2017 ausgezeichnet. Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist mit 15.000 Euro dotiert und würdigt eine Autorenleistung, die gesellschaftlich, kulturell und wissenschaftlich relevante Themen für ein großes Publikum öffnet und zum Diskurs anregt.

Magnus Brechtken hat auf der Basis jahrelanger Recherchen und vieler bislang unbekannter Quellen eine umfassende Biografie des angeblich unpolitischen Technikers Albert Speer erarbeitet. Seit 1931 NSDAP-Mitglied und bald ein Vertrauter Hitlers, hatte sich Albert Speer als Rüstungsminister unermüdlich für den totalen Kampf und die Vernichtungsmaschinerie engagiert. Gleichwohl behauptete er nach Kriegsende, stets distanziert und gar kein richtiger Nazi gewesen zu sein.

Der Jury-Vorsitzende und NDR Programmdirektor Hörfunk, Joachim Knuth, sieht in Brechtkens Buch die Dekonstruktion eines Legendengeflechts, an dessen Aufbau viele beteiligt gewesen seien, auch Journalisten und Verlage: "Dies ist so beeindruckend geschildert, so wissenschaftlich aufgearbeitet, auch in den Aussagen so eindeutig, auch durchaus provokant, dass wir gesagt haben: Ja, dieses Werk ist auszeichnungswürdig." Hendrik Brandt, Jury-Mitglied und Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, konstatiert: "Eine Geschichte über eine ganz große Täuschung, an der viele Menschen beteiligt waren, unter anderem auch die Medien. Eine Enthüllung, die ihres gleichen sucht und die auch sehr, sehr spannend zu lesen ist." Dr. Regula Venske, Jury-Mitglied und Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, lobt die "eindrückliche, sehr akribische Zusammenstellung, Aufarbeitung und Analyse", die Magnus Brechtken in seiner Biografie vornimmt.

Magnus Brechtken, Jahrgang 1964, ist seit 2012 Stellvertretender Direktor am Institut für Zeitgeschichte sowie Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte des Nationalsozialismus, die Bedeutung politischer Memoiren für die Geschichtsschreibung sowie der internationale Diskurs zur Verarbeitung der nationalsozialistischen Herrschaft seit 1945.

Neben Joachim Knuth, Hendrik Brandt und Dr. Regula Venske gehören der Jury an: Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung; Dr. Franziska Augstein, Journalistin der "Süddeutschen Zeitung"; Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland; Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung; Hilal Sezgin, Publizistin.

 

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