03.05.2018

Fake History und Geschichtsfälschung



Eine Vortragsreihe an der LMU München

 

Eine Vortragsreihe der Monumenta Germania Historica im Rahmen des Kompetenzverbunds Historische Wissenschaften München, an welchem auch das Institut für Zeitgeschichte beteiligt ist, beschäftigt sich in diesem Sommersemester mit historischer Irreführung und Quellenmanipulation als Herausforderung der Wissenschaft. Den Auftakt unter dem Titel "Von Geschichtsfälschern und Abschreibern" liefert am 8. Mai Magnus Brechtken, Stellvertretender Direktor des IfZ, mit Überlegungen zum "Fall" Albert Speer und Joachim Fest. Speer, seit 1931 NSDAP-Mitglied und bald ein Vertrauter Hitlers, wurde rasch zum Architekten des Rassenstaates. Im Krieg engagierte er sich als Rüstungsminister unermüdlich für den totalen Kampf und die Vernichtungsmaschinerie - gleichwohl behauptete er nach Kriegsende, stets distanziert, ja eigentlich unpolitisch und gar kein richtiger Nazi gewesen zu sein. Der Vortrag soll zeigen, wie es Speer gelang, diese Legende zu verbreiten, und wie Millionen Deutsche sie begierig aufnahmen, um sich selbst zu entschulden. Der Speer-Biograf Magnus Brechtken beschreibt darüber hinaus, wie der Verleger Jobst Siedler und der Publizist Joachim Fest dem Architekten dabei zur Hand gingen und wie unkritisch Historikerinnen und Historiker deren Fabeln über Jahrzehnte übernahmen.

 

Eric Knibbs (Williamstown, USA), Arndt Brendecke (LMU München), Arno Mentzel-Reuters (MGH München) und Christian Fuhrmeister (Zentralinstitut für Kunstgeschichte München) widmen sich weiteren Aspekten von Fake History und Geschichtsfälschung. Die Vorträge der Reihe beginnen jeweils um 18.30 Uhr c.t. und finden dienstags im Hörsaal A017 im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität statt.

 

Das vollständige Programm können Sie hier herunterladen, weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Monumenta Germania Historica.




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