20.06.2016

75 Jahre "Unternehmen Barbarossa"



#75JahreDanach: Die Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" (VEJ) startet eine Online-Kampagne zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion.

 

 

 

Am 22. Juni 1941 überfielen deutsche Truppen die Sowjetunion. Von den ersten Tagen des "Unternehmens Barbarossa" an erschossen deutsche Polizisten, SS-Männer und Wehrmachtsangehörige unzählige Zivilisten und Kriegsgefangene, und von Anfang an richteten sich diese Verbrechen besonders gegen Juden. Binnen weniger Wochen steigerten die Täter ihren antijüdischen Terror zum systematischen Völkermord und löschten bald ganze Gemeinden aus. Bis Ende 1941 ermordeten Deutsche und einheimische Helfer in den besetzten sowjetischen Gebieten Hunderttausende jüdische Männer, Frauen und Kinder.

 

Um eine Vorstellung der mörderischen Dynamik der Ereignisse zu vermitteln, wird das Team der VEJ vom 20. Juni 2016 an jeweils genau #75JahreDanach auf ihrer Homepage www.edition-judenverfolgung.de Dokumente aus dieser entscheidenden Phase der Judenverfolgung online stellen - darunter Tagebucheinträge jüdischer Opfer, Briefe nicht-jüdischer Zeugen, Befehle von SS und Wehrmacht sowie ausländische Zeitungsberichte. Tag für Tag lässt sich auf diese Weise nachvollziehen, in wie kurzer Zeit sich die Politik der deutschen Besatzer radikalisierte, wie die Täter den Kreis ihrer Opfer immer weiter ausdehnten und welch fassungsloses Entsetzen diese bislang unvorstellbaren Verbrechen bei Opfer und Zeugen auslösten.

 

Die Edition "Judenverfolgung 1933-1945" ist ein Projekt des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin gemeinsam mit dem Bundesarchiv und dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg. Mit dem Editionsprojekt entsteht eine umfassende Auswahl zentraler Quellen und Dokumente zur Geschichte der Judenverfolgung und des Holocaust. In insgesamt 16 territorial gegliederten Bänden werden jeweils über 300 sorgfältig kommentierte Dokumente veröffentlicht, die aus zahlreichen Archiven weltweit zusammengetragen und größtenteils zum ersten Mal publiziert werden. Angestrebt wird eine größtmögliche Vielfalt der Perspektiven: Neben Dokumenten der Täterseite werden auch Zeugnisse der Opfer sowie Dritter in den jeweiligen Ländern, aber auch ausländischer Beobachter ediert.

 

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Bildnachweis: Kolonne von Juden auf einer Straße im besetzten Minsk
BArch, N1576 Bild-006/ Ernst Hermann




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