Geschichte der Nachhaltigkeit(en)

Diskurse und Praktiken seit den 1970er Jahren

 

Das seit 2017 von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Verbundprojekt erschließt die zeithistorische Dimension der "Nachhaltigkeit", indem es Diskurse und Praktiken seit den 1970er Jahren beleuchtet. Der Blick gilt Bedeutungsdimensionen, Ordnungsmustern und Interessen, die Nachhaltigkeits-Diskurse prägten, sowie entsprechenden politischen, zivilgesellschaftlichen und ökonomischen Handlungsmustern. Ziel ist es auch, die Produktion und Anwendung "nachhaltigen Wissens" im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu ermitteln und zugleich die performativen Aspekte von Nachhaltigkeit - etwa in der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen - herauszuarbeiten. Damit will das Projekt auch den inneren Pluralitäten und Widersprüchen des Nachhaltigkeitsverständnisses auf die Spur kommen.

 

Das Forschungsprojekt verkoppelt die Untersuchung der globalen Dimension von "Nachhaltigkeit" (auf der Ebene der Vereinten Nationen)  mit transnationalen und vergleichend angelegten nationalen Perspektiven (im Zentrum stehen die Bundesrepublik, Großbritannien und Polen) und dem Blick auf die lokale Ebene. Es baut auf vorliegenden Forschungen zu Nachhaltigkeitsverständnissen des 18. und 19. Jahrhunderts auf und konzentriert sich auf jene Phase, in der sich der Begriff aus dem forstwirtschaftlichen Kontext löste, in unterschiedliche Kontexte diffundierte und für verschiedenste Zielsetzungen genutzt wurde. Weil "Nachhaltigkeit" einerseits ubiquitär verwendet wird, ihre Bedeutungsdimensionen andererseits für das Verständnis aktueller Umwelt-, Ressourcen- und Entwicklungsdiskussionen essenziell erscheinen, soll das Thema mit diesem Projekt historisiert und zeithistorisch kontextualisiert werden.


An dem von Elke Seefried geleiteten Verbundprojekt sind neben dem IfZ das Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) sowie der Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte / Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg, das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung / Institut der Leibniz-Gemeinschaft (Marburg) und weitere Partner beteiligt, u.a. das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Rachel-Carson-Center.

 

Dabei werden am IfZ die folgenden Teilprojekte bearbeitet:


Hinzu kommen ein Dissertationsprojekt zu "Nachhaltigkeit in Unternehmen", das Karen Froitzheim am WZU der Universität Augsburg erarbeitet, ein Dissertationsprojekt "'Global denken - lokal handeln': Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene" von Nadja Hendriks am Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte / Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg sowie ein Projekt über "Nachhaltigkeit in Polen" am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung.

 

Bildnachweise:

 

Bild 1: Anti-AKW-Demonstration auf dem Bonner Hofgarten am 14. Oktober 1979, by Hans Weingartz (Own work) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Bild 2: Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 (Rio+20), by Blog do Planalto (Flickr: Quarta-feira, 20 de junho) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Bild 3: Cover der Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" (http://www.springer.com/de/book/9783764357115)

Titelbild: Während des Fluges von Apollo 17 zum Mond am 7. Dezember 1972 entstandene Fotoaufnahme von der Erde, by NASA/Apollo 17 crew; taken by either Harrison Schmitt or Ron Evans [Public domain], via Wikimedia Commons (Bildbearbeitung)



© Institut für Zeitgeschichte