European Holocaust Research Infrastructure (EHRI)

Das von 23 Forschungseinrichtungen aus 17 europäischen Staaten und Israel im Rahmen des EU-Wissenschaftsprogramms Horizont 2020 beantragte und von der Europäischen Kommission mit einer Fördersumme von fast 8 Millionen Euro bewilligte Fortsetzungsprojekt soll während seiner Laufzeit von vier Jahren (bis April 2019) Strukturen ausbauen und vertiefen, um die europäischen Forschungs- und Archivressourcen zur Geschichte des Holocaust dauerhaft zu vernetzen. Partner neben dem IfZ sind unter anderen Yad Vashem (Jerusalem), das United States Holocaust Memorial Museum – USHMM (Washington D.C.), das Bundesarchiv, Vilna Gaon State Jewish Museum (Vilnius); CEGESOMA, Centre for Historical Research and Documentation on War and Contemporary Society (Brüssel), das King’s College (London), Data Archiving and Networked Services – DANS (Den Haag), das Jüdische Museum in Prag sowie NIOD, Institute for War, Holocaust and Genocide Studies (Amsterdam), das die Koordination des Gesamtprojekts übernimmt. 

Das Projekt ist in 14 »Work Packages« (WP) genannte Arbeitsgruppen eingeteilt. Das IfZ ist in den Leitungsgremien vertreten (WP1: Management) und wird einen Beitrag zur Beantwortung von Benutzeranfragen an das EHRI Portal leisten (WP7: Virtual Access to EHRI Virtual Observatory). Daneben ist das IfZ auch an einem breit angelegten Programm zur Erschließung von Informationen über Holocaust-relevante Archivbestände beteiligt (WP9: Data Identification and Integration) und wird im in den nächsten Jahren ein komparatives Projekt über Berichte von Diplomaten unterschiedlicher Länder über den Holocaust durchführen (WP12: New views on digital archives). Außerdem koordiniert und verantwortet das Institut ein Gastwissenschaftlerprogramm (EHRI Fellowships), das den transnationalen Zugang zu führenden Forschungs- und Archiveinrichtungen der Holocaustforschung fördern soll (WP5: Coordinating trans-national access, Work Package Leader: Frank Bajohr), und organisiert federführend methodologische Seminare für junge Holocaustforscher vornehmlich an Tagungsorten in Ostmittel- und Osteuropa (WP 4: Training and Education, Work Package Leader: Andrea Löw). Mit seinem großen Anteil an der Beantragung und Umsetzung des EHRI-Projekts, das  europaweit von richtungsweisender Bedeutung ist, kann das IfZ seine internationale Vernetzung und Präsenz weiter steigern. Rückfragen zu EHRI richten Sie bitte an den Projektbearbeiter im IfZ, Giles Bennett. Mehr Informationen zu EHRI finden sich unter www.ehri-project.eu.



© Institut für Zeitgeschichte