Aktuelle Fellows

Frank Grelka, Academic Research Fellow. Center for Interdisciplinary Studies, European University Viadrina (Frankfurt/Oder), “Presaging the Holocaust? On the Water Works Camps of Lublin, 1940 – 1942” (June/July & September/October 2017).


This empirical research project investigates water works camps as an early venue for the lethal mistreatment of deportees from Polish cities and European countries to the Lublin District on a massive scale. Highlighting murderous living conditions in water works camps for Jews in the Lublin District I will try to explain the interrelationship of various geographically concentrated sites of persecution in the conglomeration of many spaces of a provisional ghettoization policy on German occupied Polish territory. The principal attraction of a spatial investigation of agricultural labor camps is twofold: First, the vast majority of all Jewish forced labor camps in the General Government were drainage camps with most of them apparently not investigated by scholars of the Holocaust. Secondly, since summer 1940 dislocations of parts of the Jewish population from the agglomerations into special water regulation projects in the Lublin District became the priority aiming at the exclusion of Jews from both the nutritional responsibility of the civil administration at Kraków. Developing this hypothesis, the researcher will analyze the internal correspondence of the Jewish Social Self Help, reflect on the Jewish labor agenda of the Hans Frank’s administration and investigate the plans of the Berlin Reich Ministries and the Wehrmacht in context of the campaign against the USSR since May 1940. At the Center for Holocaust Studies, I will therefore conduct research in the archives of the IfZ Munich, and archives at Ludwigsburg, Berlin, Bayreuth, Freiburg and Warsaw.


Susanna Schrafstetter, Associate Professor of History, University of Vermont, Burlington, Vermont (USA). Projekt: Überlebensstrategien auf der Flucht: Deutsche Juden in Italien, 1933-1950

Susanna Schrafstetter lehrt und forscht seit 2009 an der University of Vermont. Im Herbstsemester 2014 unterrichtete sie als Gastprofessorin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg. Sie hat Arbeiten zur deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und zum Kalten Krieg veröffentlicht. In letzter Zeit forschte sie über Juden im nationalsozialistischen Deutschland, die während der Schoah vor den Deportationen flüchteten und untertauchten.

Ihr neuestes Forschungsvorhaben befasst sich mit dem Holocaust in Italien. Das Forschungsprojekt untersucht die Emigration bzw. Flucht deutscher Juden nach Italien und erforscht multiperspektivisch deren Fluchtwege und Lebenssituationen in verschiedenen Regionen Italiens von der Machtübernahme Hitlers bis in die Nachkriegszeit. Das Projekt verfolgt einen erfahrungsgeschichtlichen Ansatz: Anhand von Primärquellen werden Einzelschicksale nachgezeichnet, um die Vielfalt der Erfahrungen und Wahrnehmungen während verschiedener Zeiträume in unterschiedlichen Landesteilen Italiens analysieren zu können. Welche Entscheidungen trafen die Verfolgten in der Emigration bzw. auf der Flucht, wie nahmen sie ihre jeweilige Situation wahr? Was lässt sich über die Interaktion mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen, wie jüdischen und nichtjüdischen Italienern, jüdischen Verfolgten aus anderen Ländern sagen? Wie reagierten sie auf spezifische Verfolgungssituationen? Für die Nachkriegszeit stellen sich Fragen nach dem weiteren Lebensweg und den langfristigen Auswirkungen der Verfolgungszeit in Italien. Hier geht es auch um die rückblickende Wahrnehmung und Deutung der Verfolgung.



Vojin Majstorovic received his PhD from University of Toronto in 2017. His research focuses on Soviet involvement in the Balkans and Central Europe in the 1940s.  His article on the Red Army’s occupation of Yugoslavia has been published in Slavic Review. He held fellowships at the United States Holocaust Memorial Museum and at the Centre for Holocaust Studies at the Institute for Contemporary History in Munich.


The Red Army and the Holocaust, 1939-1948 examines the Soviet army’s encounter with the Shoah during and after World War II in western Soviet Union, the Balkans, and East-Central Europe. The study illuminates Red Army’s policies towards perpetrators, survivors, and their property, the military’s official line about the Holocaust, the use of Nazi crimes against Jews in Soviet war propaganda, the troops’ attitudes to the genocide, and interactions between Jewish survivors and Soviet soldiers. Ultimately, the project aims to illuminate how the Red Army ended the Holocaust on the Eastern Front, and what the Soviet victory meant for survivors, perpetrators, and liberators.


Olga Radchenko, Apl. Professorin (Dozent), Lehrstuhl für Tourismus und Hotelgeschäft, Institut für Wirtschaft und Recht, Nationale Bogdan Chmelnički-Universität, Cherkassy, Ukraine.

Ihr neues Projekt setzt sich zum Ziel, sich mit der Gesamtgeschichte der Nazi-Vernichtungspolitik in den Regionen von Kirowograd, Poltawa und Tscherkassy  mit Bezugnahme auf die „Ereignissmeldungen UdSSR“, die Ermittlungsakten gegen die ukrainischen Kollaborateure und Nazi-Täter, sowie auf relevante Zusatzquellen und kritische Kommentare zu befassen und zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Zu Aufgaben des Projekts zählen:

  1. Chronologie, Topographie und Opferzahlen von Holocaust  in der Zentralen Ukraine zu präzisieren, ohne dabei die Dynamik des Massenmordes aus dem Auge zu verlieren.
  2. Holocaust als ein arbeitsteiliges Unternehmen herauszuarbeiten, weil es einerseits Einsatzgruppen, Polizei-Bataillonen und Wehrmacht gab, andererseits aber aus der einheimischen Bevölkerung zusammengestellte Kommandos und zivile Administration.
  3. Konkrete Umstände und lokale Ausformungen deutscher Herrschaft zu untersuchen: die Wirtschaftspolitik im Besatzungsgebiet und die Zusammenarbeit bzw. Konkurrenz verschiedener Instanzen vor Ort.
  4. Aussonderung und Erschiessung der sogenannten untragbaren russischen Kriegsgefangenen in Dulags und Stalags von Kirowograd, Smela und Uman zu untersuchen.
  5. Den Einsatz des SK 1005A an sogenannten „Enterdungsaktionen“ in Uman nachzuforschen.
  6. Den Lebenslauf der Täter und Tatverdächtigen zu verfolgen, ihrer besonderen Selektion nachzugehen.
  7. Die moralische Haltung gegenüber den jüdische Opfern, die Wahrnehmung völliger Rechtlosigkeit der Opfergruppe und ihrer Deindividualisierung, die Rolle der Distanz in räumlicher und körperlicher Hinsicht in den Narrativen von Tatverdächtigen und Zeugen zu analysieren.
  8. Zu Überlebensstrategien der Juden und zu ihrer Unterstützung durch die nicht-jüdische Bevölkerung zu recherchieren.

 

 


Montassar Adaili is an MA student at Manouba University in Tunisia, majoring in history.

He will be a EHRI-Fellow at the Center from 17th of July until 17th of August. For his M.A. Thesis, he is conducting a research on the role of women in the Jewish resistance in extermination and concentration camps. He also works in the field of human rights and particularly women’s rights in Tunisia. Previously, Montassar Adaili worked as an English teacher for various public and private schools. He holds a Bachelor’s degree in English language and literature.



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