Authentizität als Kapital historischer Orte

01.03.2017 bis 03.03.2017 Ort: Dachau


 

Gedenkstätten und Dokumentationszentren werden nicht irgendwo, etwa an einem politisch zentralen oder touristisch und verkehrsgünstigen Platz errichtet, sondern an Orten, die mit Geschichte, Erinnerungen und Leid zutiefst verbunden sind. Als historischen Orten wird ihnen Authentizität zugeschrieben. Doch was ist dieses Authentische, und in welchen Formen wird es inszeniert, abgewandelt und transformiert? Welche Praktiken und Aneignungsformen werden damit verknüpft? Welche Bedeutung hat die Zuschreibung von Authentizität, und wie gehen Gedenk- und Erinnerungsstätten, Dokumentationszentren und historische Museen mit der Ressource Authentizität in ihren musealen Präsentationen und pädagogischen Angeboten um? Wie kann es in der Bildungsarbeit eingesetzt werden, und inwieweit kann es (de-)konstruiert werden? Und was ist überhaupt authentisch an diesen historischen Orten, die im Laufe der Zeit ständigen Veränderungen unterworfen sind?

 

Die Konferenz unternimmt den Versuch, den Umgang mit und die Zuschreibung von Authentizität anhand unterschiedlicher Gedenkorte und Gedenkereignisse zu historisieren und zu reflektieren. Zu den Beispielen sollen deshalb Erinnerungsstätten gehören wie Reformations-Gedenkorte, Geburtsorte, Orte des Sterbens, Gedenk- und Lernorte, die an Massenverbrechen erinnern, Schlachtfelder als Orte des Massensterbens und Orte des Widerstands. Damit soll eine Diskussion angeregt werden, ob die normative und gesellschaftliche Dimension von Geschichte Auswirkungen auf unterschiedliche Authentizitätskonzeptionen und Authentizitätswahrnehmungen hat.

Die Tagung ist eine Kooperation des Instituts für Zeitgeschichte mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung, dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Zusammearbeit mit dem Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität und der KZ-Gedenkstätte Dachau

 

Konzeption: Thomas Schaarschmidt, Irmgard Zündorf, Achim Saupe (ZZF); Axel Drecoll (IfZ), Barbara Christophe (GEI), Joachim Berger (IEG)

 

Tagungsprogramm zum Download

 

ORT

Max Mannheimer Studienzentrum/Internationales Jugendgästehaus Dachau

KZ-Gedenkstätte Dachau,

Roßwachtstraße 15

85221 Dachau

 

ANMELDUNG

Wegen begrenzter Raumkapazitäten bitten wir um eine Anmeldung bis zum

31. Januar 2017 bei Irmgard Zündorf:

zuendorf[at]zzf-potsdam.dezuendorf[at]zzf-potsdam.de




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