Männer und Frauen in der (Zeit-)Geschichte


Tagungstelegramm: Neue Perspektiven der Genderforschung

 

Seit rund drei Jahrzehnten verfolgt die Geschichtswissenschaft verstärkt geschlechtergeschichtliche Perspektiven. Die so genannte Genderforschung trägt der Erkenntnis Rechnung, dass geschlechtsspezifische Rollenmodelle und entsprechende Verhaltensnormen zentrale Bestandteile moderner politischer und sozialer Ordnungen sind. In den letzten Jahren richtet sich der Fokus vermehrt auf Männer und Männlichkeitsbilder.


Anlässlich des Erscheinens des Sammelbands "Männer mit 'Makel'", der Männlichkeiten und gesellschaftlichen Wandel in der frühen Bundesrepublik untersucht, veranstaltete das Institut für Zeitgeschichte am 28. März 2017 eine Podiumsdiskussion. Nach der Begrüßung durch Elke Seefried (Zweite Stv. Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin) stellte Bernhard Gotto (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin) kurz die zentralen Thesen der Veröffentlichung vor. Die Nachkriegszeit gilt als Phase der "Remaskulinisierung", so Bernhard Gotto, der den Band zusammen mit Elke Seefried herausgegeben hat. Gesellschaftlich akzeptierte Vorstellungen von Männlichkeit, die auf Leistungskraft, Gemeinschaftsorientierung und Heterosexualität fußten, setzten Männer, die "anders" waren, unter Konformitätsdruck. Die Nachkriegszeit liefert damit ein interessantes, bislang wenig erforschtes Kapitel "Männergeschichte". Anschließend zogen Bernhard Gotto und Julia Paulus (Referat für Frauen- und Geschlechtergeschichte, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte) unter der Moderation von Sylvia Necker (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin) eine Zwischenbilanz der Genderforschung in der Zeitgeschichte und diskutierten über neue Perspektiven.


Die öffentliche Podiumsdiskussion war Teil der Veranstaltungsreihe „Das ham‘ wir gleich“ der Gleichstellungsbeauftragten des Instituts für Zeitgeschichte und fand in Kooperation mit dem Verlag De Gruyter Oldenbourg statt.




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