Sommersemester 2011

Proseminar: "Das Dritte Reich - NS-Diktatur, Volksstaat oder Führerstaat?"

Bastian Hein

Zeit: Montags 10.00-12.00 Uhr
Ort: Universität Regensburg, Raum: VG 1.37

In einem einleitenden allgemeinen Teil werden die wichtigsten Methoden und
Arbeitstechniken speziell des Neuzeithistorikers sowie ein Abriss zum
Grundwissen über deutsche Zeitgeschichte vorgestellt. Der eigenständige
Umgang mit diesem "Handwerkszeug" wird anschließend in der
Auseinandersetzung mit einigen zentralen neuen Deutungsansätzen zur
Geschichte des Dritten Reiches eingeübt.

Einführende Literatur:

  • Norbert Frei: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München, 8. Auflage, 2007.
  • Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Frankfurt am Main 2005.
  • Michael Wildt: Geschichte des Nationalsozialismus, Göttingen 2008.

Oberseminar: Die Bundesrepublik in der Ära Kohl bis zur Wiedervereinigung (1982-1989/90)

Dierk Hoffmann

Zeit: Mittwochs 16.00-18.00 Uhr
Ort: Universität Potsdam

Hauptseminar: Reform und Krise. Die Bundesrepublik Deutschland in der sozialliberalen Ära 1969-1982

Johannes Hürter

Zeit: Freitags 14.00-18.00 Uhr (Doppelsitzungen)
Ort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Raum 00 134
Termine: 06.05., 20.05., 27.05., 01.07., 08.07., 15.07.


Inhalt:
Mit der fulminanten Regierungserklärung des ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlers Willy Brandt im Oktober 1969 schien ein grundlegend neuer Abschnitt der westdeutschen Demokratie zu beginnen. Nach den soziokulturellen Umbrüchen und Konflikten in den unruhigen 1960er Jahren wollte die neue SPD/FDP-Regierung „mehr Demokratie wagen“ und den gesellschaftlichen Wandel durch staatliche Reformprogramme steuern. Zugleich sollte eine Entspannungspolitik den Ost-West-Gegensatz mildern und auch in der Außenpolitik mehr Sicherheit schaffen. Doch schon nach wenigen Jahren war der reformerische Schwung vorüber. Rezession, Massenarbeitslosigkeit, Terrorismus, Umweltzerstörung, nukleares Wettrüsten und andere zugleich nationale wie transnationale Probleme erforderten eine pragmatische Regierungspolitik, verunsicherten die Gesellschaft und führten zu neuen sozialen Bewegungen. Die vielfältigen Gegensätze und Wechselwirkungen von Reform und Krise machen die „langen“ 1970er Jahre zu einem besonders interessanten Zeitraum und einer bis heute nachwirkenden Transformationsphase der bundesdeutschen Geschichte.


Literatur:
Zur Einführung und Vorbereitung:
Andreas Rödder, Die Bundesrepublik Deutschland 1969-1990, München 2004 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Band 19 A)

Übung: Das Archivwesen der Bundesrepublik Deutschland - eine Einführung

Helge Kleifeld

Zeit: Montags 17.00-19.00 Uhr
Ort: c.t., Amalienstr. 52 (K), 302
Beginn: 02.05.2011, Ende: 25.07.2011


Inhalt:
In der Übung werden Grundlagenkenntnisse über Aufbau, Struktur, Sammlungsbereiche und Arbeitsmethoden des Archivwesens in der Bundesrepublik vermittelt, mit besonderem Bezug zur wissenschaftlichen Arbeit des Zeithistorikers in Archiven. Neben der Einführung in die deutsche Archivlandschaft mit seinen staatlichen, kommunalen, kirchlichen, privaten und Sonderarchiven und ihren Überlieferungen sowie den klassischen archivischen Arbeitsfeldern Übernahme, Bewertung, Erschließung, Benutzung, Erhaltung und Archivrecht wird ein Schwerpunkt der Bereich Archiv und Geschichtswissenschaft sein. Wie kann die Zeitgeschichtsforschung von der archivischen Überlieferung profitieren und wie kann sie die archivischen Sammlungstätigkeiten beeinflussen?

Die Übungen des BA-Typs „Grundwissenschaften’ entsprechen den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d. Prüfungsform im BA und im mod. Lehramt: RE

Anmeldung ab sofort per E-Mail: kleifeld[at]ifz-muenchen.de

Arbeitsform: Übung
Belegnummer: 09111

Proseminar: "Das nationalsozialistische Lagersystem"

Edith Raim

Ort: Universität Augsburg

Inhalt:
Die nationalsozialistischen Konzentrationslager entwickelten sich von improvisierten Haftstätten mit anfänglich einigen tausend Häftlingen zu Haftorten, an denen zu Kriegsende fast eine dreiviertel Million Menschen aus Dutzenden europäischer Nationen eingesperrt waren. Das Proseminar versucht den Wandel im System der Konzentrationslager während des Dritten Reiches nachzuvollziehen. Welche Faktoren beeinflußten die Änderungen und inwiefern unterschieden sich die Konzentrationslager von anderen Haftorten (wie Gefängnissen, Arbeitserziehungslagern oder Ghettos)? Eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau ist geplant.

Literatur:

  • Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. 9 Bde. München 2005-2009
  • Jane Caplan/Nikolaus Wachsmann (ed.): Concentration camps in Nazi Germany. London 2010
  • Ulrich Herbert, Karin Orth und Christoph Dieckmann (Hrsg.): Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur. 2 Bde. Göttingen 1998
  • Karin Orth: Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsgeschichte. Hamburg 1999
  • Norbert Frei: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München, 8. Auflage, 2007.

Vorlesung: Die Weimarer Republik. Deutschland zwischen Tradition und Moderne

Thomas Raithel

Zeit: Donnerstags 12.00-14.00 Uhr
Ort: LMU München, A 240

Die Zeit der Weimarer Republik war nicht nur von schwerwiegenden Problemen und Krisen sowie vom folgenreichen Scheitern der parlamentarischen Demokratie gekennzeichnet, sondern sie war auch eine Epoche der modernen, zukunftsweisenden Potentiale. Die Vorlesung wird einen Überblick über die so vielfältige Geschichte dieser Jahre geben, wobei insbesondere auch neuere Forschungsansätze und - ergebnisse einbezogen werden. Vorgesehen ist eine systematische Behandlung wichtiger Problemkreise: Politische Grundlegung, Außen- und Militärpolitik, Wirtschaftliche Entwicklungen und Krisen, Gesellschaft zwischen Beharrung und Wandel, Kulturelle Innovationen und Spannungen, das Experiment der parlamentarischen Demokratie sowie der Stellenwert „Weimars“ in Geschichtsschreibung und kollektiver Erinnerung. Gute Grundkenntnisse der Weimarer Politikgeschichte sind für das Verständnis der Vorlesung unabdingbar.

Einführende Literatur:

  • Detlev J. K. Peukert, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt/M. 1987;
  • Ursula Büttner, Weimar. Die überforderte Republik, 1918-1933. Leistung und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008.


Inhalt:

Vorlesung: Die faschistische Herausforderung in Europa 1919 bis 1945

Thomas Schlemmer (beurlaubt/Lehrstuhlvertretung in Tübingen)
Ort: Eberhard Karls Uni­versität, Tübingen

Hauptseminar: Die „Achse“ in Frieden und Krieg. Das deutsch-italienische Bündnis 1936 bis 1945

Thomas Schlemmer (beurlaubt/Lehrstuhlvertretung in Tübingen)
Ort: Eberhard Karls Universität, Tübingen

Proseminar: Das westdeutsche Parteiensystem 1945 bis 1990

Thomas Schlemmer (beurlaubt/Lehrstuhlvertretung in Tübingen)
Ort: Eberhard Karls Uni­ver­si­tät, Tübingen

Oberseminar: Nationalismus, Imperialismus und Krieg. Deutschland und Europa im 19. Jahr­hun­dert

Thomas Schlemmer (beurlaubt/Lehrstuhlvertretung in Tübingen)
Ort: Eberhard Karls Uni­ver­si­tät, Tübingen

Vorlesung: Deutschland unter alliierter Besatzung (1945-1949)

Udo Wengst

Zeit: Montags 10.00-12.00 Uhr
Ort: Universität Regensburg
Beginn: 02.05.2011

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Welt im Zeitraum von 1945 bis 1949 neu geordnet. Die Anti-Hitler-Koalition zerfiel in kurzer Zeit und machte einem Antagonismus zwischen der Sowjetunion und den Westmächten Platz, der als „Kalter Krieg“ in die Geschichte eingegangen ist. Zentraler Streitpunkt war von Beginn an Deutschland, das als Einheit mehr und mehr zerfiel und 1949 in zwei Staaten geteilt wurde. Im Hauptseminar sollen die damit verbundenen Prozesse auf internationaler und innenpolitischer Ebene, hier auch unter Einbeziehung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kulturellen Elemente untersucht werden.

Literatur:

  • DUELFFER, J.: Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991, München 2004
  • MORSEY, R.: Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969, 5. Aufl., München 2007;
  • WEBER, H.: Die DDR 1945-1990, 4. Aufl., München 2006;
  • WENGST, U.: Politische und rechtliche Rahmenbedingungen, in: Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945, Band 2/1: 1945-1949: Die Zeit der Besatzungszonen. Sozialpolitik zwischen Kriegsende und der Gründung zweier deutscher Staaten, Baden-Baden, 2001, S. 1-76.


Sonstige Bemerkungen: Anmeldung im Sekretariat von Professor Bauer (Christine Wittmann); Teilnehmerzahl begrenzt auf 25 Personen.

Hauptseminar: Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR in den Ost-West-Beziehungen 1969-1983.

Hermann Wentker

Ort: Universität Leipzig
Termine:

  • 08.04.2011, 10.00-13.00 Uhr, NSG
  • 13.05.2011, 10.00-19.00 Uhr, NSG
  • 01.07.2011, 10.00-19.00 Uhr, NSG


Inhalt:

Zwischen 1969 und 1983 wandelte sich die internationale Politik grundlegend. Waren die Ost-West-Beziehungen zunächst vom Willen zur Détente geprägt, die mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte in Helsinki am 1. August 1975 ihren Höhepunkt fand, kühlte sich das weltpolitische Klima bald danach wieder dramatisch ab. Mit dem infolge der sowjetischen SS-20-Stationierung gefassten NATO-Doppelbeschluss und der sowjetischen Intervention in Afghanistan im Dezember 1979 intensivierten sich die Spannungen zwischen den Supermächten wieder erheblich, so dass von einem „Zweiten Kalten Krieg“ gesprochen wurde. In dem Hauptseminar wird es um die Frage gehen, inwieweit sich die beiden deutschen Staaten diesen weltpolitischen Konjunkturen anpassten oder auch entzogen. Dazu ist es nicht nur erforderlich, nach der Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen zu fragen, sondern auch die Stellung von Bundesrepublik und DDR in ihren jeweiligen Bündnissystemen unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zur jeweiligen Blockvormacht zu analysieren. Das Hauptseminar setzt mit dem Regierungsantritt der sozial-liberalen Koalition in Bonn ein und endet mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages zur Stationierung von nuklearen Mittelstreckenwaffen in der Bundesrepublik.

Voraussetzungen zum Erwerb eines Scheins sind regelmäßige Teilnahme, die Übernahme eines Referats oder Koreferats und das Verfassen einer Seminararbeit.

Einführende Literatur:  

  • Ulrich Lappenküper, Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1990, München 2008
  • Joachim Scholtyseck, Die Außenpolitik der DDR, München 2003
  • Hermann Wentker, Außenpolitik in engen Grenzen. Die DDR im internationalen System 1949-1989, München 2007

Hauptseminar: Geschichte und Probleme der Konsumgesellschaft im 20. Jahrhundert

Andreas Wirsching

Zeit:
Montags, 3-stündig, 16.00-19.00 Uhr
Ort: LMU, Raum 411

Inhalt:
Wie nur wenige Forschungsbereiche hat die Geschichte des Konsums und der Konsumgesellschaft in den letzten zehn Jahren einen wesentlichen Aufschwung erfahren. Dies betrifft nicht nur spezifische Aspekte des Themas wie die quantitative Entwicklung des Konsums, die Gestaltung der Produkte, die Formen der Reklame und des Vertriebs u.ä. Entscheidend ist ferner die Frage, welche Rolle der Konsum als Schlüssel für das Verständnis moderner (westlicher) Gesellschaften im allgemeinen besitzt. Gibt es einen Trend zur Universalisierung und Uniformierung westlich-„amerikanischer“, konsum- und freizeitorientierter Lebensformen? Welche Tendenzen und Veränderungen der Konsumkritik lassen sich erkennen? Welche Zukunft hat die Konsumgesellschaft? Diese und andere Fragen werden in dem Seminar behandelt, wobei ein spezielles Augenmerk auf die Rezeption amerikanischer Einflüsse und Deutungsmuster gelegt wird. Das Seminar richtet sich mithin an fortgeschrittene, kulturhistorisch interessierte Studenten, die für eine Verbindung von empirischen und theoretischen Fragestellungen aufgeschlossen sind.

Voraussetzungen: Zwischenprüfung; flüssige englische Lesekenntnisse

Einführende Literatur:


  • Heinz Gerhard Haupt u. Claudius Torp (Hrsg.), Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt/M. 2009.
  • Wolfgang König, Kleine Geschichte der Konsumgesellschaft. Konsum als Lebensform der Moderne, Stuttgart 2008.
  • Christian Kleinschmidt: Konsumgesellschaft (UTB Wissenschaft), Stuttgart 2008.


© Institut für Zeitgeschichte