Wintersemester 2014/15

PD Dr. Frank Bajohr

LMU München
Übung: Holocaust und Täterforschung. Entwicklung, Ertrag und Perspektiven eines Forschungsansatzes.
Zeit: Montags 16.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Historicum, Raum 401

Während die bundesdeutsche Nachkriegsjustiz nur sehr wenige Personen als „Täter“ des Holocaust einstufte und selbst Kommandeure von Einsatzkommandos lediglich als „Gehilfen“ aburteilte, geht die heutige Forschung von rund 200.000 bis 250.000 deutschen und österreichischen Tätern aus, nicht eingerechnet eine Vielzahl ausländischer Kollaborateure, vor allem Litauer, Letten und Ukrainer, die an den Tötungen mitwirkten.

Die Übung zeichnet in groben Zügen die historische Forschung zu den Tätern des Holocaust nach, die mit dem Eichmann-Prozess 1961 einsetzte. Eine breit angelegte „Täterforschung“ bildete sich jedoch erst in den letzten zwei Jahrzehnten als Subdisziplin der expandierenden Holocaustforschung aus. Die Übung bilanziert ihren wesentlichen Ertrag und nimmt dabei biographische und generationelle, situative und sozialpsychologische Aspekte in den Blick. Auch die institutionell geformte Handlungspraxis der Täter wird näher untersucht. Zugleich wird nach Grenzen und Sackgassen des Forschungsansatzes gefragt, die vor allem mit der tendenziellen, sich vom historischen Kontext lösenden Universalisierung des Täterhandelns verbunden sind.

Literatur: Frank Bajohr, Neuere Täterforschung, www. docupedia-zeitgeschichte, 18.6.2013; Gerhard Paul (Hrsg.), Die Täter der Shoah. Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche? Göttingen 2002;
Jürgen Matthäus, Historiography and the Perpetrators of the Holocaust, in: Dan Stone (Hrsg.), The Historiography of the Holocaust, New York 2004, S. 197-215

Prüfungsformen im BA, mod. LA und MA: RE


PD Dr. Magnus Brechtken

LMU München
Übung: Albert Speer und der internationale Geschichtsdiskurs nach 1945
Zeit: Dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Amalienstr. 52 (K) –K 401

Albert Speer war als eine zentrale Figur des NS-Regimes mitverantwortlich für den Tod von Millionen Menschen. Gleichwohl konnte er im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess sein Leben retten. Als einzigem Mitglied der NS-Führungsschicht gelang es ihm darüber hinaus, selbst ausführlich Geschichte zu schreiben. Schon in Nürnberg folgten viele Beobachter seiner irreführenden Selbstdarstellung. Die dürftige Quellenlage begünstigte eine unkritische Aufnahme seiner Erzählungen. Nach seiner Haftentlassung im Oktober 1966 gelang es Speer in den fünfzehn Jahren bis zu seinem Tod 1981 als Bestseller-Autor und omnipräsenter Zeitzeuge zahlreiche Geschichtsbilder zu prägen und den öffentlichen Erinnerungsdiskurs ebenso zu beeinflussen wie wissenschaftliche Interpretationen. Zeitgenössisch trafen Speers Erzählungen nur selten auf eine kritische Analyse und noch heute sind manche seiner Täuschungen in öffentlichen Erinnerungen präsent.

In der Übung werden einschlägige Erinnerungstexte und Interviews Speers mit dem jeweils verfügbaren zeitgenössischen Wissen in Beziehung gesetzt, um Speers Einfluss auf Geschichtsschreibung und Erinnerungsdiskurs herauszuarbeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt seinen Film-Interviews sowie seinen Zeitzeugengesprächen mit Historikerinnen und Historikern.


Prüfungsform im BA, mod. LA und MA: RE

Literatur: Magnus Brechtken: "Ein Kriminalroman könnte nicht spannender erfunden werden." - Albert Speer und die Historiker, in: Ders. (Hrsg.): Life Writing and Political Memoir, Göttingen 2012, S. 35-78.


Dr. Axel Drecoll

LMU München
Übung: Zeitalter der Weltkriege 
Zeit: Montag, 10:00 bis 12:00 c.t.
Ort: Raum 211, Amalienstr. 73A
Beginn: 06. Oktober 2014

 

Die Übung bietet einen Einblick in das „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm) und in zentrale Aspekte der europäischen Geschichte von 1914 bis 1945. Dabei werden zentrale Forschungsfelder- und Debatten wie etwa Kolonialismus, Imperialismus, Faschismus oder Totalitarismus auf theoretisch-methodischer Ebene erörtert und anhand einzelner Beispiele thematisch vertieft.


Dr. Bernhard Gotto

LMU München
Basiskurs :
Zeit : Dienstag 8-11 Uhr
Ort : Historicum, Schellingstr. 12, R. 201

Die beiden Jahrzehnte nach der Wiederwahl de Gaulles zum Präsidenten der Fünften Republik 1965 gaben Frankreich ein völlig neues Gesicht: Der Gaullismus verlor die politische Vorherrschaft, mit François Mitterrand wählten die Franzosen 1981 den Vorkämpfer einer sozialistischen Wende in das höchste Staatsamt; das Land erlebte eine rasante Modernisierung; die Studentenrevolte vom Mai 1968 brachte einen fundamentalen kulturellen Wandel ans Tageslicht; die andauernde Prosperität wich einer langandauernden wirtschaftlichen und monetären Krise; die Europäische
Gemeinschaft stieg zu einem zentralen Bezugspunkt für den außenpolitischen
Stellenwert des Landes auf. Im Basiskurs werden die Grundzüge des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Wandels in diesen beiden Jahrzehnten erarbeitet und diskutiert. Einen besonderen Stellenwert haben dabei die deutsch-französischen Beziehungen.

Prüfungsform: Kl+RE+HA


Prof. Dr. Dierk Hoffmann

Universität Potsdam
Oberseminar: Geheimdienste im Kalten Krieg. Deutschland und die internationalen Mächte 1941-1968
Zeit: Dienstags 16 - 18 Uhr


Dr. Sven Keller

Uni Augsburg  
Übung: Der Krieg im Kleinen. Feldpost und Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg
Zeit: Freitags, 10-11.30 Uhr
Ort: Philologisch-Historische Fakultät, Raum 2122

Die Feldpostbriefe des Groß- oder Urgroßvaters, das Tagebuch der Groß- oder Urgroßmutter – in vielen Familien gibt es solche privaten Überlieferungen, die ganz eigene, manchmal intime, und gelegentlich auch erschreckende Einblicke in die Erfahrungs- und Gedankenwelt der eigenen Vorfahren erlauben.
Die größte Hürde und oftmals Grund dafür, dass solche Dokumente verloren gehen oder weggeworfen werden, ist die sogenannte „deutsche Schrift“, in der sie häufig verfasst sind. Immer weniger Menschen können sie noch lesen. Für Historiker ist die Fähigkeit, in alter Schreibschrift verfasste Quellen erschließen zu können, besonders wichtig.

Die Übung führt durch die gemeinsame Lektüre von Feldpost und Tagebüchern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in die Quellengattung ein und vermittelt grundlegende Lesekenntnisse der deutschen Kurrentschrift.


Dr. Sylvia Necker

Helmut Schmidt Universität Hamburg
Seminar: Baustelle Hamburg. Städtebauliche Großprojekte in historischer und gegenwärtiger Perspektive
Zeit: Blockseminar
Ort: Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

 

Hamburg scheint ständig im Umbruch zu sein, jedenfalls sind städtbauliche Großprojekte wie die HafenCity oder die Internationale Bauaustellung in Wilhelmsburg in Berichterstattung und Öffentlichkeit sehr präsent. Stadtumbauprojekte in dieser Dimension sind jedoch kein gegenwärtiges Phänomen, vielmehr lassen sich im 19. und 20. Jahrhundert sehr viele interessante Umgestaltungsgebiete finden, die alle mit dem Anspruch realisiert wurden, Hamburg von Grund auf neu zu planen und denken. In diesem Seminar beschäftigen wir uns in einem theoretischen Teil mit der Stadtentwicklungsgeschichte in Hamburg im 19. und 20. Jahrhundert und mit den Grundzügen der Geschichte des Städtebaus im 20. Jahrhundert. Diese Kenntnisse gilt es dann auf den drei Exkursionstagen auf zehn exemplarische städtebauliche Großprojekte aus den letzten 150 Jahren zu übertragen. Als Leistungsnachweis erarbeiten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Exkursion ein Referat vor Ort in der Stadt. Als zweiten Nachweis wird das Referat in eine schriftlichen Form gebracht und als Blog-Text auf einem seminarinternen, nicht öffentlich sichtbaren Blog präsentiert.

 

Bucerius Law School Hamburg, Hochschule für Rechtswissenschaft
Seminar: Erinnern an wen und was? Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen in Hamburg
Zeit: Blockseminar
Ort: Jungiusstraße 6, 20355 Hamburg

An wen oder was wird im Hamburger Stadtraum erinnert und welche Funktion hat diese sichtbare Erinnerung? Dies sind die beiden Leitfragen, denen sich das Seminar zu Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen in Hamburg widmet. Als Grundlage werden zunächst zentrale theoretische Zugänge der Geschichtswissenschaft und benachbarter Disziplinen zu Gedächtnis und Erinnerung diskutiert. Anschließend werden bei Exkursionen in den städtischen Raum die in Denkmälern manifestierten Erinnerungskulturen vor Ort analysiert und reflektiert. Dabei werden ganz unterschiedliche Zeitschichten in den Blick genommen: vom Bismarck-Denkmal an der Elbe oder dem Denkmal für Wilhelm I., die an das Kaiserreich erinnern, über Denkmäler, die sich mit der Geschichte und den Opfern des Nationalsozialismus befassen bis hin zu Denkmälern, die an die Kulturgeschichte Hamburgs erinnern sollen.


PD Dr. Edith Raim

Universität Augsburg
Hauptseminar: Metropolenforschung – Europäische Städte zur Jahrhundertwende 1900
Zeit: Montags, 10 Uhr bis 11.30 Uhr,
Ort: Raum 2004

Mitte des 19. Jahrhunderts lebte die Mehrheit der Menschen in Europa auf dem Land, Ende des 20. Jahrhunderts wohnt die Mehrheit in Städten. Das Hauptseminar geht den Gründen für diese beispiellose Landflucht in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1914.nach und stellt vier europäische Großstädte – London, Paris, Wien und Berlin – in den Mittelpunkt der Untersuchung. Wie entstanden die Stadtstrukturen, die bis zum Zweiten Weltkrieg die Städte prägten und wie wandelten sich die Städte unter dem steten Zuzug ihrer Neubürger? Welche politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, architektonischen und kulturellen Entwicklungen lassen sich ablesen? Wie wurden die Anforderungen von Infrastruktur und Kommunikation gelöst?

Literatur
: Leonardo Benevolo: Die Stadt in der europäischen Geschichte, München 1993; Andrew Lees/ Lynn H. Lees: Cities and the Making of Modern Europe, 1750-1914, Cambridge 2007; Friedrich Lenger: Metropolen der Moderne. Eine europäische Stadtgeschichte seit 1850, München 2013.



Prof. Dr. Thomas Raithel

LMU München
Vertiefungskurs/ Hauptseminar: „Wissensgesellschaft“. Zur Geschichte eines Schlagworts
Zeit: Donnerstags 9 - 12 Uhr
Ort: Institut für Zeitgeschichte, Leonrodstr. 46b, Seminarraum

Der Begriff der „Wissensgesellschaft“ (englisch: „knowledge society“) besitzt seit den 1990er Jahren einen zentralen Platz in den wirtschafts-, gesellschafts- und bildungspolitischen Debatten der westlichen Welt. Das oftmals mit weitreichenden Hoffnungen verbundene Schlagwort spiegelt verschiedene komplementäre Entwicklungen: das Vordringen neuer Kommunikationstechnologien und die damit einhergehende erleichterte Verfügbarkeit von Wissen, die gewachsene Bedeutung von Wissen und Wissenschaft für wirtschaftliche Produktionsprozesse sowie die erhöhte gesellschaftliche Erwartung individueller Weiterbildung.

Das Seminar hat eine doppelte inhaltliche Zielsetzung. Zum einen soll versucht werden, einen begriffs- und diskursgeschichtlichen Überblick über die Verwendung des Schlagworts „Wissensgesellschaft“ im deutschsprachigen Raum zu gewinnen. Damit verbunden sind Einblicke in wirtschafts- und bildungspolitische Grundvorstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Zum anderen konzentriert sich das Seminar auf die Verwendung des Begriffs seitens der Europäischen Union sowie auf die damit verbundenen politischen Konzepte. Dabei wird es vor allem um die einflussreiche – aber immer noch wenig bekannte – „Lissabon Strategie“ der EU aus dem Jahr 2000 gehen. Insofern bietet das Seminar auch einen Beitrag zur jüngsten europäischen Integrationsgeschichte.

Anmeldungen bitte per E-Mail an: raithel[at]ifz-muenchen.de
Prüfungsformen im BA, MA, mod. Lehramt und GSP: KL+RE+HA

Grundlegende Literatur: Handbuch Wissensgesellschaft, hrsg. von Anina Engelhardt und Laura Kajetzke, Bielefeld 2010; Andreas Poltermann, Wissensgesellschaft, in: Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier Bildung, 2013 [Link zur PDF-Version des Artikels zur Wissensgesellschaft unter: [https://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/146199/wissensgesellschaft?p=1].


PD Dr. Elke Scherstjanoi

TU Chemnitz, Institut für Europäische Geschichte
Hauptseminar: "Der 17. Juni 1953 in der DDR – volkswirtschaftliche und sozialgeschichtliche Betrachtungen".
BEUGE PM 7; MEUGE SM 4, 5; BEUST SV 1; BPOW // montags, 14täg. , 13.45 - 17.00 h, StraNa, R. 1/273.

Aufbauend auf dem fachlichen Diskurs um den Charakter der Erhebung geht das Seminar deren volkswirtschaftlichen Hintergründen nach. Es fragt nach spezifischem sozialen Konfliktpotenzial und misslungener Deeskalation. Das Hauptgewicht liegt auf der Gegenüberstellung verschiedener Interpretationen der Vorgänge, der Akteure und ihrer Interessen. Eine Veranstaltung  im Monat November bietet - unabhängig vom Thema - eine Anleitung zum wissenschaftlichen Zitieren und Quellenbelegen in der Zeitgeschichte. Zu dieser Übung sind Interessierte über den Kreis der Seminarteilnehmer hinaus zugelassen.
(Kontakt über scherstjanoi[at]ifz-muenchen.de)


Texte für den 27. 10. 2014:

17Juni53_Scherstjanoi_Sowart.pdf
17Juni53_bpbNeubert_Kowalczuk.pdf

Texte für den
10. 11. 2014:

Cerny Altes_und_Neues_1993.pdf
Steiniger_Diedrich_Heitzer.pdf


Text für den 8.12. 2014:

Steiner_VonPlanzuPlan_2007.pdf


Texte für den 5. 1. 2015:
zwei Texte Scherstjanoi.pdf


Texte für den 2.2.2015:
Gesundungsbeschluss+SEDDokumente.pdf
Scherstjanoi_Krisenphasen.pdf


PD Dr. Thomas Schlemmer

LMU München
Vorlesung: Die Bonner Republik. Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1990
Zeit: Freitag, 10:00 bis 12:00 c.t.
Ort: Schellingstr. 3 (S) Vg., S 002


Die Vorlesung beschäftigt sich mit der inneren Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland von der Staatsgründung bis zum Ende der deutschen Teilung. Dabei soll insbesondere nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten und nach den langen Linien der (west-)deutschen Zeitgeschichte gefragt werden. Es gilt, mit anderen Worten, das scheinbar goldene Zeitalter des „Wirtschaftswunders“ mit den krisenhaften Jahren „nach dem Boom“ zu verknüpfen – eine Perspektive, in der die historischen Wurzeln gegenwärtiger Probleme besonders deutlich sichtbar werden. Am Beginn steht eine Skizze der wirtschaftlichen Entwicklung, dann folgen Überblicke über die Sozialstruktur, über kollektive Akteure wie Parteien und Verbände sowie über die Politik, wobei auf den Zusammenhang von sozioökonomischem Strukturwandel und politischer Entwicklung besonderes Gewicht gelegt wird.


Prüfungsform im BA und modularisierten Lehramt: KL


Literatur:

  • Wolfgang Abelshauser, Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945, München 2004.
  • Thomas Brechenmacher, Die Bonner Republik. Politisches System und innere Entwicklung der Bundesrepublik, Berlin 2010.
  • Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis zur Gegenwart, München 2009.
  • Anselm Doering-Manteuffel/Lutz Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970, Göttingen 32012.
  • Axel Schildt, Die Sozialgeschichte der Bundesrepublik Deutschland bis 1989/90, München 2007.

Powerpointpräsentationen zur Vorlesung:
Bonner Republik-Praesentation1.pptx
Bonner Republik-Praesentation2.pptx
Bonner Republik-Praesentation3.pptx
Bonner Republik-Praesentation4.pptx
Bonner Republik-Praesentation5.pptx
Bonner Republik-Praesentation6.pptx
Bonner Republik-Praesentation7.pptx
Bonner Republik-Praesentation8.pptx
Bonner Republik-Praesentation9.pptx
Bonner Republik-Praesentation10.pptx
Bonner Republik-Praesentation11.pptx
Bonner Republik-Praesentation12.pptx



Materialien zur Vorlesung:

Bonner Republik Text 1.pdf
Bonner Republik Text 2.pdf
Bonner Republik Text 3.pdf
Bonner Republik Text 4.pdf
Bonner Republik Text 5.pdf
Bonner Republik Text 6.pdf
Bonner Republik Text 7.pdf
Bonner Republik Text 8-1.pdf
Bonner Republik Text 8-2.pdf
Bonner Republik Text 9.pdf
Bonner Republik Text 10.pdf
Bonner Republik Text 11.pdf


Prof. Dr. Elke Seefried

Universität Augsburg  
Vorlesung: Geschichte der "alten" Bundesrepublik 1949-1989/90
Zeit: Mittwochs 8:00 - 9:30 (wöchentlich)
Ort: N-2045 (Informatik)

 

Die Geschichte der „alten“ Bundesrepublik, die mit der Wiedervereinigung 1990 endete, rückte in den letzten Jahren vermehrt in den Blickpunkt der Forschung. Dabei konkurrieren unterschiedliche Deutungsmodelle: Waren bundesdeutsche Gesellschaft und Politik nach den Verwerfungen des Nationalsozialismus vor allem von der Suche nach Sicherheit und Stabilität geprägt? Oder ist die Geschichte der Bundesrepublik als Erfolgsgeschichte zu lesen, indem sich eine „geglückte Demokratie“ etablierte? Welche Rolle spielten die Einflüsse der und Interaktionsprozesse mit den westlichen Partnern, die unter dem Begriff der „Westernisierung“ firmieren? Und inwiefern veränderte sich die Bundesrepublik mit den wirtschaftlichen Problemen der 1970er Jahre? Diesen und anderen Fragen widmet sich die Vorlesung, die einerseits einen Überblick über die zentralen politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklungslinien zwischen Besatzungszeit und Wiedervereinigung vermitteln wird, andererseits vertieft Forschungsdeutungen und –kontroversen behandelt. Ein besonderes Augenmerk gilt – entsprechend der aktuellen Forschungsdiskussion – der Frage, inwiefern die frühen 1970er Jahre als Zäsur in der bundesrepublikanischen Geschichte zu verstehen sind.


Literatur:

  • Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von der Gegenwart bis zu den Anfängen, München 2009.
  • Anselm Doering-Manteuffel/Lutz Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970, 3. Auflage Göttingen 2012.
  • Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014.
  • Edgar Wolfrum, Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 2006; München 2007 (Taschenbuch).

Dr. des. Sebastian Voigt

Universität Leipzig
Seminar: Das NS-Regime 1933 – 1939
Freitag, 15 – 17 Uhr

Im Seminar wird die Geschichte des NS-Regimes bis zum deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 – dem Beginn des Zweiten Weltkriegs – behandelt. Der Aufstieg der NSDAP in der Weimarer Republik, die Umstände der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und die brutale Ausschaltung der politischen Gegner werden ebenso thematisiert wie die innere Konsolidierung der nationalsozialistischen Herrschaft und die immer aggressivere Außenpolitik in den folgenden Jahren. Ein Schwerpunkt wird auf der sich stetig verschärfenden antisemitischen Politik liegen, die schließlich im Kontext des Zweiten Weltkriegs zur systematischen Ermordung der europäischen Juden führt. Im Seminar sollen neben der ereignisgeschichtlichen Entwicklung auch unterschiedliche historische Interpretationen und Kontroversen der letzten Jahrzehnte über den Charakter des NS-Regimes diskutiert werden.


Prof. Dr. Hermann Wentker

Universität Leipzig
Seminar: 
Friedliche Revolution in der DDR und Wiedervereinigung Deutschlands (1989/90)
Zeit: 17.10.2014, 10.15-13.00; 21.11.2014, 10.15-19.00; 16.1.2015, 10.15-19.00 Uhr

Das Seminar widmet sich dem epochalen Umbruch in Deutschland im Jahr 1989/90. Thematisiert werden die friedliche Revolution in der DDR sowie die Wiedervereinigung Deutschlands unter den unterschiedlichsten Aspekten: Das Seminar geht sowohl den Hintergründen für die friedliche Revolution, deren unmittelbarer Vorgeschichte, den revolutionären Ereignissen selbst, dem innerdeutschen Vereinigungsprozess, der Einbettung dieses Prozesses in die internationale Politik und den Konsequenzen der Wiedervereinigung nach.

Literatur:

  • Klaus-Dietmar Henke (Hrsg.), Revolution und Vereinigung 1989/90. Als in Deutschland die Realität die Phantasie überholte, München 2009
  • Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, München 2009
  • Andreas Rödder, Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der Wiedervereinigung, München 2009

Prof. Dr. Andreas Wirsching

LMU München
Aufbaukurs/Vertiefungskurs: Westdeutschland 1945-1965: Besatzung - Wiederaufbau - Politik und Gesellschaft
Zeit: Montag, 16-19 Uhr
Ort: Historisches Seminar
Beginn: 13. Oktober 2014

 

Der Kurs zielt auf eine thematische Vertiefung der frühen westdeutschen Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte. Die für wissenschaftliche Zugriffsweisen erforderliche Abgrenzung eines bearbeitbaren Gegenstandes und die Entwicklung einer validen Fragestellung werden ebenso eingeübt wie das Auffinden von archivalischen Quellen. Zu diesem Zweck wird bei allen Teilnehmern Initiative, Kreativität und die Bereitschaft vorausgesetzt, selbst in einschlägigen Münchner Archiven zu recherchieren. Es wird erwartet, dass die Teilnehmer selbst ein eigenes Forschungsthema entwickeln. Das Seminar eignet sich daher besonders für jene Absolventen, die die Abfassung einer BA, MA (oder ggf. Magisterarbeit) im Hauptfach Neuere u. Neueste Geschichte anstreben.

Die Zahl der Teilnehmer ist aufgrund der archivbezogenen Forschungsintensität auf 15 begrenzt.

Teilnehmer müssen sich persönlich anmelden bei: Herrn Jürgen Finger M.A., am Montag, den 7. Juli 2014, von 14.00 bis 16:00 Uhr, oder Mittwoch, den 9. Juli 2014, von 9.00 bis 10.00, Zimmer K 510.

Prüfungsform im Master: RE+HA

Prüfungsform im BA und modul. LA: KL+RE+HA

Literatur: Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014; Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart, München.



© Institut für Zeitgeschichte