PD Dr. Frank Bajohr

LMU München
Übung: Verdrängung, Existenzvernichtung, „Arisierung“ und Restitution. Zu den materiellen Dimensionen von Judenverfolgung
Zeit: Montags 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Amalienstr. 52, K 202

Judenverfolgung und Holocaust markierten in vielen europäischen Ländern einen der größten Besitzwechsel der neueren Geschichte. Die Lehrveranstaltung zeichnet den – zumindest in Deutschland - schleichenden Prozess der wirtschaftlichen Existenzvernichtung und Enteignung der Juden nach und fragt nach der spezifischen Funktion der „Arisierung“ im Gesamtprozess der Judenverfolgung. Ist diese mit dem Begriff „Massenraubmord“ angemessen beschrieben, oder handelt es sich bei den materiellen Aspekten lediglich um ein Begleitphänomen? Die Lehrveranstaltung zeichnet die historiographischen Kontroversen in dieser Frage nach und befasst sich auch mit den Problemen und der Praxis der Restitution nach 1945. Am Beispiel des „Kunstraubs“ im „Dritten Reich“ sollen die gegenwärtigen offenen Fragen und Probleme der Restitution thematisiert werden.

Prüfungsformen im BA, mod. LA und MA: RE


Literatur u.a.: Benno Nietzel, Die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Juden. Ein Literatur- und Forschungsbericht, Archiv für Sozialgeschichte, 49 (2009), S. 561-613; Constantin Goschler/Philipp Ther (Hrsg.), Raub und Restitution. „Arisierung“ und Rückerstattung des jüdischen Eigentums in Europa, Frankfurt am Main 2003.


Dr. Bernhard Gotto

LMU München
Übung: Grundprobleme der Zeitgeschichte nach 1945
Zeit: Mittwochs 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Geschwister-Scholl-Platz 1, M 001

Die Übung führt in die Grundprobleme der Zeitgeschichte seit 1945 ein, stellt zentrale Forschungskontroversen vor und vermittelt Grundkenntnisse zeithistorischer Theorie und Methodik. Die Geschichte von Bundesrepublik und DDR in ihren europäischen und globalen Bezügen steht im Zentrum.

Prüfungsform im mod. LA: Kl


Literatur u.a.: Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014.


PD Dr. Elke Scherstjanoi

TU Chemnitz, Institut für Europäische Geschichte
Übung: Rotkäppchen und das Bein der Großmutter. Eine Märchenrezeptionsgeschichte
Blockveranstaltung: Freitag 23.10.2015, 11:30-18:00 Uhr, Samstag 24.10. 2015 9:00-16:00 Uhr, Montag 29.10. 2015 9:00 bis 11:30 Uhr.

Märchen für Kinder geben Aufschluss über Erziehungsziele in Gemeinschaften. 

Märchenrezeptionen und-variationen machen Veränderungen in den Erziehungszielen sichtbar. Am Beispiel des Märchens „Rotkäppchen“ verfolgen wir eine Verfilmungsgeschichte als historisch erschließbare Spiegelung von Normen und Leitbildern in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Teilnehmer lernen, genau hinzusehen und zeitgeschichtlich relevante Fragen an filmisches Material zu stellen. Es werden drei Spielfilme vollständig angeschaut und anschließend diskutiert. Als Leistungsnachweis entsteht ein Essay (1-2 Seiten) zu einem Kurzfilm.

Anmeldung bis 20.10. 2015: scherstjanoi[at]ifz-muenchen.de

 

 


PD Dr. Elke Scherstjanoi

TU Chemnitz, Institut für Europäische Geschichte
Übung: Zitieren und belegen
Blockveranstaltung: Freitag 13.11., 11:30-15:30 Uhr, Montag 16.11., 9:00-11:30 Uhr

 

Die Veranstaltung behandelt Zweck und allgemeine Anforderungen an wissenschaftliches Zitieren und an Quellenbelege, gängige Formen im Fach Geschichte, Besonderheiten im Fach Zeitgeschichte, moderne Trends und Streitfragen. Gute und schlechte Beispiele aus der Fachliteratur und aus studentischen Arbeiten werden gezeigt. An Beispielen, auch an von Studierenden selbst vorgestellten Beispielen, wird praktisch geübt.

Mindestteilnehmerzahl: 10

Anmeldung bis 31.10.2015: scherstjanoi[at]ifz-muenchen.de


PD Dr. Thomas Schlemmer

LMU München
Vorlesung: Der italienische Faschismus im europäischen Kontext 1919-1945
Zeit: Freitags 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Geschwister-Scholl-Platz 1, M 018
Beginn: 16. Oktober

Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe“ der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert – und diese Katastrophe fand mit dem Waffenstillstand im November 1918 und den 1919 abgeschlossenen Friedensverträgen nicht ihr Ende. Die fragile Nachkriegsordnung im Zeichen von Demokratie, Nationalstaat und kollektiver Sicherheit trug im Gegenteil den Keim des Scheiterns bereits in sich. Aus den aufgeputschten nationalen Leidenschaften des Ersten Weltkriegs entstanden insbesondere dort, wo die Menschen durch den Ausgang des Krieges enttäuscht worden waren, politische Bewegungen der extremen Rechten, die sich durch revolutionäre Gewaltbereitschaft, Rassismus und Imperialismus auszeichneten. Im Oktober 1922 gelangte der italienische Faschismus, im Januar 1933 der deutsche Nationalsozialismus an die Macht – und damit entstand der Kristallisationskern jener Kriegsallianz, die Europa und die Welt 1939 offen herausfordern sollte. Die Vorlesung wird ausgehend vom Ende des Ersten Weltkriegs die Entstehung und Entwicklung des Faschismus in Italien skizzieren, die Geschichte der informellen „faschistischen Internationale“ und der „Achse“ Berlin – Rom nachzeichnen, nach ideologischen Konvergenzen und Divergenzen zwischen Faschismus und Nationalsozialismus fragen und den Zweiten Weltkrieg als Koalitionskrieg und als Höhe- und Endpunkt der faschistischen Herausforderung beschreiben. 

Klausur


Literatur u.a.: Richard J.B. Bosworth (Hrsg.), The Oxford Handbook of Fascism, Oxford 2009; Lutz Klinkhammer/Amedeo Osti Guerrazzi/Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939 bis 1945, Paderborn u.a. 2010; Stanley Payne, Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, München/Berlin 2001; Thomas Schlemmer/Hans Woller (Hrsg.), Der Faschismus in Europa. Wege der Forschung, München 2014; Wolfgang Schieder, Der italienische Faschismus, München 2010; Wolfgang Schieder, Benito Mussolini, München 2014; Hans Woller, Rom, 28. Oktober 1922. Die faschistische Herausforderung, München 1999.

 

Powerpointpräsentationen zur Vorlesung:
Italienischer-Faschismus-Praesentation1.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation2.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation3.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation4.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation5.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation6.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation7.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation8.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation9.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation10.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation11.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation12.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation13.pptx

Italienischer-Faschismus-Praesentation14.pptx

 

Materialien zur Vorlesung:

Der Begriff Faschismus

Der Faschismus in Europa

Reichhardt Faschistische Kampfbünde

Woller Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert

Albanese Mussolinis Marsch auf Rom

Ebner Ordinary Violence in mussolinis Italy

Galasso Umgestaltung der Institutionen

Woller Faschistische Bewegungen vor 1933

Diplomacy and world war

Hoffend Faschismus und Nationalsozialismus

Schlemmer Woller Der italienische Faschismus und die Juden

Bernhard Konzertierte Gegenerbekämpfung im Achsenbündnis

Knox Hitlers Italien Allies

Guerrazzi Kain in Rom

Sullivan The Italian Soldier in Combat

Massignani Die italienischen Streitkräfte und der Krieg der Achse

Schlemmer Das königlich-italienische Heer im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

Dianella Gagliani Diktat oder Konsens


Dr. Sebastian Voigt

Universität Leipzig
Seminar: Antisemitismus und „Judenfrage“ im 19. Jahrhundert.
Zeit: Freitags 15 – 17 Uhr (teilweise zweiwöchentlich mit dreistündiger Sitzung von 14.30 bis 17.30)
Ort: Seminargebäude 102


Als Zeitalter der Ideologien brachte das lange 19. Jahrhundert den modernen Antisemitismus hervor. Im Zuge der sich gründenden Nationalstaaten wurde seit der Französischen Revolution auch die sog. „Judenfrage“ virulent, die sich mit der bürgerlichen Emanzipation der Juden in vielen Ländern stellte und eigentlich als „Antisemitenfrage“ zu dechiffrieren wäre.

Im Seminar soll die Transformation des christlichen Antijudaismus in den modernen Antisemitismus ideen- und ereignisgeschichtlich nachvollzogen werden. Beginnend mit der Judenemanzipation während der Französischen Revolution wird die Revolution von 1848 ebenso thematisiert wie antisemitische Hetzschriften und Ideologen des späten 19. Jahrhundert, etwa Edouard Drumont, Wilhelm Marr und Adolf Stöcker. Darüber hinaus werden entscheidende Ereignisse, beispielsweise der Berliner Antisemitismusstreit von 1879 oder die Dreyfus Affäre 1894 in Paris und die Entstehung des Zionismus, sowie zeitgenössische und aktuelle Antisemitismustheorien behandelt.

Literatur: Peter G. Pulzer: Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867–1914, Göttingen 2004; Helmut Berding: Moderner Antisemitismus in Deutschland, Frankfurt am Main 1988; Samuel Salzborn: Antisemitismus als negative Leitidee der Moderne. Sozialwissenschaftliche Theorien im Vergleich, Frankfurt am Main 2010; Lars Rensmann: Kritische Theorie über den Antisemitismus. Studien zu Struktur, Erklärungspotential und Aktualität, Hamburg 2001; Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Elemente des Antisemitismus. In: Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente, Frankfurt am Main 2002.


Prof. Dr. Andreas Wirsching

LMU München
Vorlesung: Der Nationalsozialismus und das Problem der Kontinuität in der deutschen Geschichte ca. 1880-1950.
Zeit: Montags 16.00 c.t.-18.00
Beginn: 19. Oktober 2015
Ort: Hörsaal B 201, Geschwister-Scholl-Platz 1 (B), 2. OG

Die Vorlesung behandelt das Problem, in welchem Verhältnis der „Zivilisationsbruch“ des NS-Regimes zur deutschen Geschichte in der neuesten Zeit steht. Es werden zum einen Kontinuitäten seit dem späten 19. Jahrhundert aufgezeigt, zum anderen aber auch gegenläufige Entwicklungen. Verknüpft werden diese Darlegungen stets mit der Forschungsdiskussion, die lange Zeit von der Vorstellung eines deutschen „Sonderwegs“ beeinflusst war, in letzter Zeit aber die stärker gemeineuropäischen Aspekte der Thematik hervorhebt. Dessenungeachtet geht die Vorlesung von der Überzeugung aus, dass Machteroberung, Diktatur und Verbrechen des Nationalsozialismus einer Erklärung bedürfen, die ihre wesentlichen Gründe in der deutschen Geschichte selbst findet.

 

Die Vorlesung ist für alle Hörer offen.

 

Prüfungsformen: Klausur

 

Materialien zur Vorlesung "Der Nationalsozialismus und das Problem der Kontinuität in der deutschen Geschichte ca. 1880-1950"


IfZ-Oberseminar

LMU München

Zeit: s. Seminarplan

Ort: IfZ, Leonrodstr. 46b, Seminarraum


Das Oberseminar steht allen im IfZ tätigen oder von IfZ-Dozenten betreuten Doktorandinnen und Doktoranden sowie Verfasserinnen und Verfassern von Master-, Magister- und Staatsexamensarbeiten offen. Auch Gäste können daran gerne teilnehmen. Neben der Vorstellung und Diskussion laufender Qualifizierungsarbeiten werden theoretische und methodische Fragen der Geschichtswissenschaft besprochen. Die Veranstaltung wird von Thomas Raithel, Thomas Schlemmer, Elke Seefried oder Andreas Wirsching geleitet und findet im Wintersemester 2015/16 siebenmal statt (aktueller Seminarplan).


Ansprechpartner sind Thomas Raithel und Thomas Schlemmer.



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