Internationale Kooperationen

Wissenschaftliche Forschung und ihr Diskurs sind international ausgerichtet. Entsprechend kooperiert das Institut für Zeitgeschichte regelmäßig mit zahlreichen europäischen und außereuropäischen Institutionen und Partnern, um den Austausch wissenschaftlicher Ideen zu fördern, gemeinsame Forschungsprojekte zu entwickeln, diese voranzutreiben und die Ergebnisse dieser Arbeit global zu verbreiten. Die wichtigsten Beispiele internationaler Kooperationen werden hier kurz skizziert:

European Holocaust Research Infrastructure (EHRI)

Das IfZ arbeitet im EU-Projekt „European Holocaust Research Infrastructure“ (EHRI) ständig mit 19 anderen Forschungseinrichtungen aus 13 europäischen Staaten und Israel zusammen. Es gehört mit dem NIOD - Institute for War, Holocaust and Genocide Studies (Amsterdam), Yad Vashem (Jerusalem), CEGES-SOMA (Brüssel), dem King’s College (London) und dem Jüdischen Museum in Prag zu den zentralen EHRI-Partnern, die das Gesamtprojekt leiten und organisieren. Die intensive Kooperation im Executive Team, im Project Management Board und in den einzelnen Work Packages, an denen das IfZ mitwirkt bzw. für die es die Verantwortung trägt, erfordert die Teilnahme von IfZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den regelmäßigen Meetings, Workshops und virtuellen Konferenzen. Dadurch wird die internationale Verflechtung des Instituts ebenso gestärkt wie durch das EHRI-Gastwissenschaftlerprogramm und das EHRI-Summer-School-Programm, die zahlreichen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland den Forschungsaufenthalt in München und am Institut für Zeitgeschichte ermöglichen. Das IfZ ist mit seinem großen Engagement im EHRI-Projekt von Beginn an und maßgeblich am Aufbau einer europäischen Infrastruktur zu einem der wichtigsten internationalen Forschungsgebiete beteiligt.

 

Weitere Informationen unter: www.ehri-project.eu

Fellowship mit dem United States Holocaust Memorial Museum (USHMM)

Erstmals im Jahr 2011 hat das IfZ ein gemeinsames Fellowship mit dem Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington ausgeschrieben. Junge Forscherinnen und Forscher waren aufgerufen, sich um bis zu viermonatige Forschungsaufenthalte am USHMM (für deutsche Kandidatinnen und Kandidaten) und am IfZ (für Forscherinnen und Forscher aus den USA) zu bewerben. Das gemeinsame Programm soll die bestehenden Beziehungen zwischen den Instituten weiter vertiefen und die internationale Holocaustforschung fördern und stärken.

 


Weitere Informationen unter: www.ushmm.org

Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler am IfZ

Das Institut beherbergt stets auch Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus dem Ausland, die die renommierte Infrastruktur des Instituts nutzen und ihre Projekte zur Diskussion stellen. Nähere Informationen zum Gastwissenschaftlerprogramm des IfZ finden  sich hier.

Transatlantische Perspektive mit Toronto

Das Institut für Zeitgeschichte initiierte, unterstützt von der Leibniz-Gemeinschaft, im Jahr 2012 eine Kooperation mit der renommierten Munk School of Global Affairs der University of Toronto. Mit dieser Kooperation will das IfZ zum einen seine transatlantischen Kontakte weiter ausbauen. Zum anderen ist es Ziel der Kooperation, einen globalgeschichtlichen Zugang zu stärken, der die Thematik des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen in einer erweiterten Perspektive ausleuchtet. 2013 und 2014 wird das IfZ zwei Tagungen mit dem Centre for European, Russian and Eurasian Studies der Munk School zum Thema „Forced Migration in a global Perspective 1943-1951“ veranstalten. Ferner organisieren beide Institutionen einen Wissenschaftleraustausch.

NS-Forschung mit Nottingham und Warschau

Das IfZ hat im Jahr 2012 in enger Kooperation mit Prof. Dr. Elizabeth Harvey (University of Nottingham, Großbritannien), dem Polish Center for Holocaust Research (Warschau) sowie dem Deutschen Historischen Institut in Warschau ein großes Forschungsprojekt über „Das Private im Nationalsozialismus“ konzipiert. Realisiert wird es seit dem Frühjahr 2013. Ein Teilprojekt ist an der University of Nottingham angesiedelt. Außerdem werden wechselseitige Gastaufenthalte der Projektmitarbeiter und Projektmitarbeiterinnen sowie regelmäßige Arbeitstreffen der Steuerungsgruppe in München, Nottingham und Warschau organisiert. Einem regen internationalen Austausch sollen auch zwei Workshops in München und Warschau sowie die internationale Abschlusskonferenz in Nottingham dienen.

Deutsch-russische Historikerkommission

Die Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen wurde auf Initiative des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des russischen Präsidenten Boris Jelzin im Jahr 1997 mit dem Ziel der Vertrauensbildung durch wissenschaftliche Zusammenarbeit bei der Erforschung der gemeinsamen Geschichte gegründet. Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, ist seit 2015 deutscher Co-Vorsitzender der Kommission. Sein Partner auf der russischen Seite ist Alexander Tschubarjan, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die Kommission fördert einschlägige Forschungs- und Editionsprojekte und organisiert jährlich wechselweise in Deutschland bzw. Russland wissenschaftliche Kolloquien. Am Institut für Zeitgeschichte angesiedelt ist seit 2007 auch die Redaktion der „Mitteilungen/Сообщения“ der Kommission, in denen Kolloquiumsergebnisse veröffentlicht werden. Seit 2012 betreut die Redaktion (Jürgen Zarusky, Yuliya von Saal) die von ihr erstellte Homepage der Kommission.

 

Weitere Informationen unter: www.deutsch-russische-geschichtskommission.de



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