Besuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Kerstin Schwenke

Projektinhalt:  

Immer wieder werden in Überlebendenberichten oder historischen Zeitungsberichten Besuche in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern beschrieben. Bei den Besuchergruppen ist eine große Bandbreite an Akteuren auszumachen, so kamen etwa nationale und internationale Journalisten, Politiker, Künstler und Hilfsorganisationen.

Die Dissertation untersucht, welche Besuche es in den Lagern gab und geht zur Analyse verschiedenen Fragekomplexen nach. Die vielfältigen Besuchsmotive sollen dabei ebenso in den Blick genommen werden wie Spezifika der Besuche in verschiedenen Lagern und zu unterschiedlichen Zeiten. In einem weiteren Schritt wird analysiert werden, welche Wirkung die Besichtigungen auf die Häftlinge und die Besucher hatte. Abschließend geht es um die Besuche als Inszenierung und Selbstdarstellung des NS-Regimes und ihre Bedeutung für die Frage nach der Öffentlichkeit der Lager.

Das Projekt geht von verschiedenen Thesen aus. So ist anzunehmen, dass die Besuche je nach Lage der Lager differieren und dass der Wandel der Besuchergruppen und Berichterstattungen über den Funktionswandel der Konzentrationslager erklärbar wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich Besucherkategorien bilden lassen, die sich in ihren Besuchsmotiven unterscheiden. Die Untersuchung richtet dabei ihren Schwerpunkt auf Visiten in den Lagern, die vor Kriegsbeginn entstanden sind. Durch den vergleichenden Zugang ermöglicht das Projekt die Analyse von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Lagern und ihrer "Vermarktung" in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit.

Quellengrundlage sind unter anderem Aufzeichnungen ehemaliger Häftlinge, Zeitungsarchive, zeitgenössische Berichte der Besuchergruppen über die Besichtigungen, Akten der SS sowie Bestände der juristischen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen. In den überlieferten Anweisungen der IKL bzw. des WVHA finden sich einige Hinweise auf formale Regelungen von Besichtigungen und Angehörigenbesuchen. Einzubeziehen sind Ergebnisse von Nachbarschaftsstudien zu den Konzentrationslagern und zum Funktionswandel der Konzentrationslager im Laufe der NS-Zeit.

 

 



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