Zentralen des Terrors in der besetzten Sowjetunion. Die Dienststellen der Kommandeure der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Christian Schmittwilken M.A.

Projektinhalt:  

Mehr als ein Drittel der Holocaustopfer wurde von Deutschen und einheimischen Helfern zwischen Ostsee und Schwarzem Meer erschossen oder in Gaswagen erstickt und meist achtlos verscharrt. Unzählige weitere Menschen fielen dort sogenannten Partisanen- und Vergeltungsaktionen oder gezieltem Aushungern zum Opfer. Eine zentrale Täterorganisation waren die Dienststellen der Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD (KdS). Sie wurden nach kurzer Zeit in weiten Teilen der besetzten Sowjetunion eingerichtet und gingen meist aus den mobilen Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD hervor.

Das Dissertationsprojekt untersucht nun erstmals vertiefend die Geschichte dieser Dienststellen. Es versteht sich als Beitrag zur Frage nach den Dynamiken des Holocaust, vor allem in den zivilverwalteten Gebieten der besetzten Sowjetunion: Welche Rolle spielten die KdS Dienststellen und ihre Außen- und Nebenstellen bei der Durchsetzung der Besatzungsherrschaft und beim Massenmord? Welchen Anteil hatten sie an der Bekämpfung vermeintlicher und tatsächlicher Partisanen? Wie gestaltete sich darüber hinaus ihre nachrichtendienstliche Tätigkeit? Zur Klärung dieser Fragen werden die Dienststellen im Gefüge des SS- und Polizeiapparates, sowie der Zivil- und Militärverwaltung verortet. Von Interesse sind in diesem Zusammenhang auch Entscheidungsfindungsprozesse bei der Durchsetzung des Terrors und des Massenmordes. Daneben werden Struktur und die personelle Zusammensetzung analysiert.

Mit dem Heranrücken der Front wurden die stationären Dienststellen wieder in mobile Einheiten umgewandelt oder aufgelöst und das Personal anderweitig eingesetzt. Auch dieser Auflösungsprozess ist Teil der Untersuchung.

 

 



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