Das öffentliche Gesundheitswesen in Bayern nach dem Nationalsozialismus

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Sophie Friedl M.A.

Projektinhalt:  

Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Handeln und Behandeln im bayerischen öffentlichen Gesundheitswesen nach dem Nationalsozialismus bis etwa in die 1960er Jahre entwickelte. Die Studie basiert auf einem praxeologischen Ansatz, der konkrete Entscheidungs-, Formulierungs- und Beurteilungsprozesse in den Blick nimmt. Ergänzt wird dies mit der Analyse des Selbstverständnisses und der Wissens- und Wertebasis im öffentlichen Gesundheitswesen. Das Augenmerk liegt dabei auf sprachlichen und argumentativen Praktiken sowie der Konstruktion von Krankheitsbildern. In einer vertikalen Perspektive wird die Amtsausübung der Beamten in der Gesundheitsabteilung des Bayerischen Staatsministeriuma des Innern wie auch exemplarisch die Praxis von Amtsärzten, landgerichtsärztlichen Gutachtern oder Beschäftigten in öffentlichen Heil- und Pflegeanstalten untersucht. Zentrale und lokale, institutionelle und individuelle Ebene sollen so verschränkt werden. Anzunehmen ist, dass die Entwicklungen im öffentlichen Gesundheitswesen nicht nur von Prägungen beeinflusst wurden, die Personen und Institutionen durch den Nationalsozialismus erfahren hatten, sondern etwa auch durch US-amerikanisches Engagement, die innerdeutsche Konkurrenz, bayerische Abgrenzungsbedürfnisse zur Bundesebene und einschneidende Sparmaßnahmen.

 

 



Zurück zur vorherigen Seite


© Institut für Zeitgeschichte