Landeskriminalamt und Verfassungsschutz

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Franziska Walter M.A.

Projektinhalt:  

Während die Forschung die Geschichte der Inneren Sicherheit bislang vorwiegend für die 1970er Jahre in den Blick genommen hat, erhält seit einigen Jahren die unmittelbare Nachkriegszeit verstärkte Aufmerksamkeit. Da die Polizei als einer der zentralen Akteure öffentlicher Ordnung und Sicherheit Länderaufgabe war, ist die Sicherheitskultur und ihr Niederschlag in der Politik der Bundesländer noch sehr wenig erschlossen. Doch gerade in Bezug auf die Herausforderungen, denen sich die Länderregierungen nach 1945 gegenübersahen ergibt sich die Möglichkeit, tieferen Einblick in die konkrete Ausformung demokratischer Kultur und Instanzen zu erhalten. Da die Belastungsforschung bisher bereits eine hohe Kontinuität von Polizeikarrieren nach 1945 nachweisen konnte, stellt sich die Frage, ob und welche Auswirkungen diese auf die konkrete Amtspraxis und Sicherheitskultur vor Ort hatten. Das Dissertationsprojekt nähert sich dieser Frage mit einem behördenübergreifenden und praxeologischen Ansatz, der anhand der Interaktion des Bayerischen Innenministeriums mit dem Bayerischen Landeskriminalamt sowie weiteren bayerischen Polizeiorganisationen Sicherheitsdiskurse, Handlungsspielräume und Personalstrukturen im bayerischen Polizeiwesen herausarbeiten soll. Dabei sollen auch die Demokratie- und Kriminalitätskonzepte innerhalb des Ministeriums und der Landesbehörde betrachtet werden, sowie die Präsentation und Wahrnehmung der bayerischen Sicherheitsakteure in der Öffentlichkeit, um die Beziehung zwischen Sicherheitspolitik und dem Umgang mit der NS-Vergangenheit auf Landesebene erschließen zu können. Der Untersuchungszeitraum reicht bis zum Ende der 1960er Jahre, da sich hier nicht nur ein Generationenwechsel vollzog, sondern auch polizeiintern Veränderungen stattfanden und sich der Kontext polizeilicher Arbeit massiv wandelte.

 

 



Zurück zur vorherigen Seite


© Institut für Zeitgeschichte