Das Kriegstagebuch des Deutschen Verbindungsstabs bei Benito Mussolini 1943 bis 1945

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  PD Dr. Thomas Schlemmer

Projektinhalt:  

Mit dem Sturz Benito Mussolinis am 25. Juli 1943 war die „Achse Berlin – Rom“ noch nicht endgültig zerbrochen. Das Deutsche Reich und die Ende September 1943 ausgerufene Repubblica Sociale Italiana (RSI) führten noch eineinhalb Jahre Krieg im Zeichen von Hakenkreuz und Liktorenbündel. Diese letzte Etappe in der Geschichte der „Achse“, in die auch der blutige Krieg in Italien fällt, war geprägt von immer aussichtsloseren Bemühungen, die Niederlage der faschistischen Kriegsallianz abzuwenden, und von einer unübersehbaren Asym-metrie in den politisch-militärischen Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und seinen italienischen Verbündeten. Gleichwohl waren weder die RSI noch Benito Mussolini bloße Erfüllungsgehilfen von Hitlers Gnaden ohne eigene Handlungsspielräume, ohne eigene Ambitionen und ohne Anhängerschaft.

Quellen aus der unmittelbaren Umgebung Mussolinis, die detailliert Einblick in das Tagesgeschäft von Krieg und Politik in Italien geben und Rückschlüsse auf das komplizierte Geflecht der deutsch-italienischen Beziehungen zulassen, sind jedoch dünn gesät. Um so mehr Bedeutung kommt dem Kriegstagebuch des Deutschen Verbindungsstabs bei Mussolini zu, das von der Forschung bislang kaum zur Kenntnis genommen wurde. Die Edition soll eine Lücke schließen, die andere Editionen wie die Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik oder die Documenti Diplomatici Italiani offen gelassen haben, der Erforschung der faschistischen Kriegsallianz in ihrer letzten Phase neue Impulse geben und die Biographie des Duce als Staats- und Regierungschef der RSI schärfer ausleuchten, als das bisher möglich war.

 

 



Zurück zur vorherigen Seite


© Institut für Zeitgeschichte