Die Deutschen und Gorbatschow

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Prof. Dr. Hermann Wentker

Projektinhalt:  

Das 2012 begonnene Projekt erforscht die Perzeption Michail Gorbatschows und die Veränderungen in der Sowjetunion als deutsch-deutsches Thema. Partei- und Staatschef Gorbatschow erwies sich als ein Motor des politischen Wandels in Europa. Wenngleich es ihm ursprünglich nur um innerstaatliche Reformen innerhalb der Sowjetunion und im sowjetischen Herrschaftsbereich ging, um die östliche Supermacht und ihre Satelliten zukunftsfähig zu machen, erzielte er mit seinen Ankündigungen und Reformmaßnahmen binnen kurzem erhebliche Wirkungen nicht nur im eigenen Land und im Ostblock, sondern auch im Westen.Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Wandlungsprozesse in West- und Ostdeutschland zwischen Mitte der 1980er und dem Beginn der 1990er Jahre im Hinblick auf die Wahrnehmung Gorbatschows und der Sowjetunion sowie auf die Beziehungen zwischen beiden deutschen Teilgesellschaften und dem neuen sowjetischen Führer. Es handelt sich also um eine doppelte, miteinander verflochtene Perzeptions- und Beziehungsgeschichte. Denn dabei spielten die Verbindungen zwischen beiden deutschen Staaten eine zentrale Rolle. Insbesondere die Westdeutschen betrachteten die Vorgänge in der Sowjetunion fast immer auch unter der Perspektive, wie sich diese auf die DDR auswirken würden. Aber auch den Ostdeutschen war die westdeutsche Sicht nicht gleichgültig, da es trotz der Teilung noch einen gemeinsamen Kommunikationsraum gab. Um den „Gorbatschow-Diskurs“ in beiden deutschen Staaten und im vereinigten Deutschland bis 1991 analysieren zu können, werden die unterschiedlichsten Quellen herangezogen: Dazu zählen die Publikationen westdeutscher Sowjetexperten und Publizisten ebenso wie Presseerzeugnisse, Umfrageergebnisse, regierungsamtliche Akten (soweit zugänglich), Akten der politischen Parteien, Unterlagen aus ehemaligen DDR-Archiven, insbesondere der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (BStU), und Samisdat-Publikationen oppositioneller DDR-Gruppen.

 

 

 

 



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