Ostdeutsche Naturwissenschaftlerinnen im Transformationsprozess 1980-2000. Karrierechancen von Physikerinnen in Wissenschaft und Forschung

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Dr. Heike Amos

Projektinhalt:  

Erfolgreiche Karrieren von Wissenschaftlerinnen im Hochschulbetrieb, insbesondere aber von Naturwissenschaftlerinnen, sind in Deutschland noch immer selten. Dies belegen aktuelle Analysen der Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berichte der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsfragen und Europa-Expertisen: Gegenwärtig liegt der Anteil der Hochschulabsolventinnen bei 51 Prozent, der Frauenanteil bei den Promotionen bei 39 Prozent; bei den Habilitationen liegt er dann nur noch bei 23 Prozent. Aus dieser aktuellen Wahrnehmung der Problemlage ergibt sich die Frage nach den historischen Ursachen und Entwicklungsverläufen. Gibt es für das schlechtere Abschneiden Deutschlands im europäischen Vergleich in Sachen Chancengleichheit in der Wissenschaft historische Gründe und Ursachen und worin liegen sie?

Das Forschungsvorhaben geht der Frage nach, wie sich die Situation von Naturwissenschaftlerinnen in den ostdeutschen Bundesländern mit der Systemtransformation verändert hat und wie sie diese Umgestaltung erlebten bzw. wahrnahmen. Es ist danach zu fragen, warum im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der Angleichung der Wissenschaftslandschaft in den neuen Bundesländern an die der alten eine verbesserte Chancengleichheit von insbesondere Physikerinnen in Forschung und Lehre im Hochschulbereich nicht oder nur ungenügend herstellt wurde. Zugespitzt formuliert heißt eine zentrale These: Der Transformations- und Einigungsprozess in Deutschland hat trotz des Wissens um die Problematik „Chancengleichheit für Frauen“ im Untersuchungszeitraum eher zur Verschlechterung der Karrieresituation für Naturwissenschaftlerinnen in Wissenschaft und Forschung in Ostdeutschland und schließlich zur weiteren Verzögerung der sozialpolitischen Modernisierung der Bundesrepublik insgesamt geführt. Die Forschung zum Thema verbindet Wissenschaftsgeschichte, Politikgeschichte und Erfahrungsgeschichte. Es werden wichtige Aspekte der Genderforschung aufgegriffen.

 

 



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