Zukünfte. Eine Geschichte der Zukunftsforschung in den 1960er und 1970er Jahren

Abgeschlossenes Projekt

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Prof. Dr. Elke Seefried Dipl. Betriebswirtin (FH)

Projektinhalt:  

Die „Zukunft“ avancierte in den westlichen Industriestaaten der 1950er und 1960er Jahre zu einer zentralen wissenschaftlichen und politischen Kategorie. Die Fundamente dessen bildeten der wirtschaftliche Boom, die Modernisierungstheorie und neue methodisch-theoretische Ansätze wie die Kybernetik als neuer Steuerungswissenschaft. So formierte sich die Zukunftsforschung als Wissenschaft von der Reflexion, der Voraussage und der Planung von „Zukünften“, die in enger Wechselwirkung mit politischen Planungskonzepten stand. Als in den frühen 1970er Jahren der Steuerungsoptimismus ins Wanken geriet und die Debatte um die „Grenzen des Wachstums“ aufflammte, wandelte sich auch die Zukunftsforschung.

Das Forschungsprojekt von Elke Seefried untersucht die Geschichte der Zukunftsforschung angesichts wirkmächtiger transnationaler Wahrnehmungs- und Verflechtungsprozesse in einer internationalen Perspektive. Am Schnittpunkt von wissenschafts-, kultur- und politikgeschichtlichen Ansätzen angesiedelt, beleuchtet es erstens Entstehung und Konzeptionalisierungen der Zukunftsforschung. Zweitens gilt es, transnationale Austauschprozesse und die Produktion von Zukunftswissen in einem westeuropäisch-transatlantischen Zugriff zu analysieren. Drittens erkundet das Projekt am Beispiel der Bundesrepublik die Verwendung von Zukunftswissen in der politischen Planung. Es lotet also aus, inwieweit, auf welchen Wegen und mit welchen Folgen Wissen aus der Zukunftsforschung in die Politik – konkret in Bundeskanzleramt und Bundesministerien – einfloss.

Übergreifendes Erkenntnisinteresse ist es, einen Beitrag zur Geschichte von Zeitwahrnehmungen und Zukunftsvorstellungen zwischen den 1950er und späten 1970er Jahren zu leisten. Das Projekt fragt nicht nur, wie sich die Zukunftsforschung zwischen Aufbruchstimmung und Krisenwahrnehmung verortete, sondern auch, wie sie selbst Steuerungseuphorie und Fortschrittskritik beförderte. Mithin beleuchtet das Projekt den Transformationscharakter der frühen 1970er Jahre in der Geschichte westlicher Industriestaaten. Es wurde 2008/09 an der Universität Augsburg begonnen und Anfang 2013 am IfZ abgeschlossen. Im Sommer 2013 wurde Elke Seefried mit dieser Schrift an der LMU habilitiert.

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts:
Zukünfte.




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