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Töchter der Revolte? Frauenbewegung und Feminismus in den 1970er Jahren. Das Beispiel München

Bearbeiterin: Elisabeth Zellmer
Das Dissertationsprojekt vollzieht die Entwicklung der Frauenbewegung und ihres Gedankengutes im Verlauf der 1970er Jahre an einem regionalen Beispiel nach. Die Forschungsarbeit wurde im Frühjahr 2006 begonnen und versteht sich als Teil des übergeordneten Projektverbunds „Reform und Revolte“. Leitende Fragestellung ist, wie der die „langen“ 1960er Jahre kennzeichnende Wandel und der am Ende des Jahrzehnts kumulierende Protest das Aufkommen eines feministischen Problembewusstseins beeinflussten. Dabei ist den Veränderungen, die die Lage von Frauen in der Bundesrepublik dieser Zeit prägten, ebenso nachzugehen, wie den ersten Spuren weiblichen Aufbegehrens, die sich auch in München im Umfeld von Kinderläden, Kommunen und Krawallen finden lassen.
An der bislang wenig berücksichtigten Großstadt lässt sich zeigen, wie im Protestmilieu von „1968“ vermeintlich private Angelegenheiten wie Erziehung oder Sexualität politisiert und mit der Kritik an Herrschaft und Unterdrückung Frauen mobilisiert wurden, für ihre eigenen Anliegen einzutreten. Neben dem öffentlichen Aktionismus – etwa dem Kampf gegen den § 218 StGB – entstanden feministische „Gegenwelten“, die den Frauen ein befreites, selbstbestimmtes und emanzipiertes Dasein ermöglichen sollten. In München zählten hierzu die Frauenzentren, in denen Frauen ihre Probleme, Interessen und Ideen gemeinsam angehen konnten, und zahlreiche Kollektive wie der Verlag Frauenoffensive, Lillemor‘s Frauenbuchladen oder die Frauenkneipe, in denen Frauen mit alternativen Wirtschafts- und Umgangsformen experimentierten.
Für die Studie erweisen sich Quellen als bedeutsam, die ihren Weg selten in staatliche Archive finden. Das Archiv des Instituts für Zeitgeschichte sammelt deshalb gezielt Materialien der (neuen) sozialen Bewegungen. Für die Geschichte der Frauenbewegung sind vor allem die Bestände Hannelore Mabry/Bayerisches Archiv der Frauenbewegung, Neue Frauenbewegung München und das Depositum von Helke Sander zentral.
Projektbeschreibung zum download [pdf]
Stand: November 2009 
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