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Inhaltsverzeichnis 1/2008

Aufsätze:
- Hans Maier: Fortschrittsoptimismus oder Kulturpessimismus? Die Bundesrepublik Deutschland in den 70er und 80er Jahren. (A)[Abstract]
- Rüdiger Hachtmann: Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1933 bis 1945 Politik und Selbstverständnis einer Großforschungseinrichtung. (A)[Abstract]
- Felix Römer: „Im alten Deutschland wäre solcher Befehl nicht möglich gewesen“. Rezeption, Adaption und Umsetzung des Kriegsgerichtsbarkeitserlasses im Ostheer 1941/42. (A)[Abstract]
- Michael Schwartz: Vertriebene im doppelten Deutschland. Integrations- und Erinnerungspolitik in der DDR und in der Bundesrepublik. (A)[Abstract]
Notizen:
- Karl Dietrich Bracher – ein Klassiker der Zeitgeschichtsforschung. Podiumsdiskussion anlässlich seines Ausscheides aus dem Herausgeberkreis der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte.
- Schreib-Praxis. Ein anwendungsorientiertes Seminar des Instituts für Zeitgeschichte
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Abstracts Hans Maier, Fortschrittsoptimismus oder Kulturpessimismus? Die Bundesrepublik Deutschland in den 70er und 80er Jahren..
Die siebziger und achtziger Jahre bringen für die Bundesrepublik Deutschland eine tiefgreifende Veränderung politischer Prioritäten: Die „Grenzen des Wachstums“ werden sichtbar, die Sicherheitspolitik erhält einen neuen Stellenwert, die Bildungsexpansion gelangt an ihre Grenze, Umwelt-, Natur- und Denkmalschutz gewinnen an Terrain. Auch das Parteiensystem verändert sich: die FDP verliert den Charakter des (einzig ausschlaggebenden) Züngleins an der Waage; die Grünen treten als neue Bewegung auf den Plan; die beiden großen Volksparteien besitzen von da an endgültig den Status struktureller Minderheiten – wenn auch, anders als in der Weimarer Republik, als Zweiergespann mit deutlich ausgeprägtem Vorsprung vor kleineren Konkurrenten. Der Aufsatz untersucht an verschiedenen Beispielen (Wirtschaftswachstum, Entwicklung der staatlichen Aufgaben, Bildungspolitik, Sprache und Zeitgefühl), wie die Bundesrepublik auf diese neuen Herausforderungen reagierte. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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Rüdiger Hachtmann, Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1933 bis 1945. Politik und Selbstverständnis einer Großforschungseinrichtung.
In der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) war bis 1945 die deutsche Spitzenwissenschaft institutionalisiert. Sie eignet sich deshalb in besonderem Maße für die exemplarische Untersuchung des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik während der nationalsozialistischen Herrschaft. Entgegen den von den Zeitgenossen, und ebenso manchen Historikern, nach 1945 gern kolportierten Behauptungen war die Geschichte der KWG während des „Dritten Reiches“ kein Überlebenskampf. Sie war vielmehr – gemessen an den üblichen Kriterien – eine bemerkenswerte „Erfolgsgeschichte“. Der Aufsatz untersucht die wichtigsten Handlungsfelder der Generalverwaltung der KWG – insbesondere in der 1937 beginnenden Ära unter ihrem Generalsekretär Ernst Telschow – und widmet sich auch der zentralen Frage nach der Integration der KWG in das NS-System.
Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag Zur Übersicht / Zum Seitenanfang
Felix Römer, „Im alten Deutschland wäre solcher Befehl nicht möglich gewesen“. Rezeption, Adaption und Umsetzung des Kriegsgerichtsbarkeitserlasses im Ostheer 1941/42. Der am 13. Mai 1941 vom OKW herausgegebene, völkerrechtswidrige Kriegsgerichtsbarkeitserlass war der Rahmenbefehl für die deutsche Kriegführung gegen die Sowjetunion. Dieser einschneidende „Führererlass“ erlaubte verfahrenslose Exekutionen gegen „feindliche Zivilpersonen“ sowie kollektive Repressalien gegen ganze Ortschaften und schuf damit die pseudolegalen Grundlagen für den Besatzungsterror der deutschen Verbände in den eroberten sowjetischen Gebieten. In seinem Beitrag untersucht Römer zunächst, wie dieser verbrecherische Befehl in den Kommandobehörden des Ostheeres vor Beginn des Feldzugs aufgenommen wurde, wobei sich ein breit gefächertes Spektrum von Reaktionen offenbart. Die divergierende Rezeption des Erlasses änderte allerdings nur wenig daran, dass die meisten Kommandeure den Befehl gehorsam an ihre Truppen bekannt gaben und damit seine Implementierung ins Werk setzten. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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Michael Schwartz, Vertriebene im doppelten Deutschland. Integrations- und Erinnerungspolitik in der DDR und in der Bundesrepublik. Die Bezeichnung deutscher „Flüchtling“ oder „Vertriebener“ war in Deutschland nach 1945 kein Ehrentitel. Die alteingesessenen Einwohner West- oder Mitteldeutschlands zeigten häufig Ressentiments gegenüber den 12 Millionen Zwangszuwanderern, die aus ihrer ostdeutschen oder osteuropäischen Heimat durch alliierte Gewalt vertrieben worden waren. Auch suchten sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR die sozioökonomisch abgestürzten und psychologisch geschockten Flüchtlinge durch die Schöpfung neuer Deutungsbegriffe zu kontrollieren: Der „Umsiedler“-Begriff, der von den Sowjets bereits 1945 in ihrer Besatzungszone verbindlich gemacht wurde, spielte die Anteile von Terror und Gewalt am realen Flucht- und Vertreibungsgeschehen gezielt herunter, um demgegenüber das Geschehene mit den vorangegangenen NS-Verbrechen zu rechtfertigen und die rückhaltlose Integration in eine „neue Heimat“ westlich von Oder und Neiße zu fordern. Dieser kommunistischen Deutung strikt entgegengesetzt war der westdeutsche „Vertriebenen“-Begriff, der sich auf das Vertreibungsgeschehen ab 1944/45 (und nicht auf die NS-Vorgeschichte) konzentrierte und das Gewaltsame der Vertreibung betonte. Während das SED-Regime eine sozialpolitische Integrationsförderung der „Umsiedler“ in der DDR bereits 1952/53 ersatzlos einstellte, etablierte sich – insbesondere über die Lastenausgleichs-Gesetzgebung – in Westdeutschland eine langfristig fördernde Integrationspolitik. Dieser Deutungswandel in der Bundesrepublik – der von linken Intellektuellen, aber auch von den christlichen Kirchen ausging – beendete nicht nur die ältere revisionistische Vertriebenenpolitik, sondern marginalisierte auch die Vertriebenen-Identität. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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