Die Verfolgung von NS-Verbrechen durch deutsche Justizbehörden seit 1945


Bearbeiter: Andreas Eichmüller
und Edith Raim

Projektbeschreibung


Das Projekt besteht aus zwei Teilen


a) Inventarisierung und Teilverfilmung der Verfahrensakten


In Zusammenarbeit mit dem Archiv der Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem, im Rahmen des dortigen Projektes "Erfassung und Verfilmung von Akten zur Geschichte der Juden unter NS-Herrschaft und zur Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung".

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) hat im Rahmen dieses vom Auswärtigen Amt geförderten Vorhabens alle Justizverfahren zu NS-Verbrechen, die seit 1945 von Staatsanwaltschaften und Gerichten in West- und Ostdeutschland durchgeführt worden sind, katalogisiert. Die Verfahren wurden nach bestimmten Kriterien in einer Datenbank erfaßt, die es erlaubt, sich einen umfassenden Überblick über die deutschen Justizermittlungen zu verschaffen und z. B. gezielt nach bestimmten Opfer- und Tätergruppen, Tatorten, Verbrechenskomplexen usw. zu recherchieren.


Die Recherchen zu diesem Teilprojekt sind abgeschlossen. Derzeit werden die Daten EDV-technisch aufbereitet. Voraussichtlich im Herbst werden sie vom Archiv des IfZ übernommen und dann dort interessierten Wissenschaftlern an einem Computerterminal zu Recherchen zur Verfügung stehen.



b) Die Strafverfolgung von NS-Verbrechen durch westdeutsche Justizbehörden 1945-1960


Im Rahmen dieses Teilprojektes entstehen auf der Basis der in Teilprojekt a) gesammelten Daten und unter Hinzuziehung zahlreichere weiterer Quellenbestände zwei Monographien. Neben der Justiztätigkeit wird hier auch der Umgang der Politik (Besatzungsmächte, oberste Bundes- und Landesbehörden) mit dem Problem der Strafverfolgung von NS-Verbrechen in den Blick genommen werden.:


1) Edith Raim: Die Strafverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Justiz in den westlichen Besatzungszonen 1945-1949


2) Andreas Eichmüller: Die strafrechtliche Verfolgung von NS-Verbrechen in der frühen Bundesrepublik Deutschland 1949-1958

Beide Studien liegen als Manuskripte vor und werden voraussichtlich im nächsten Jahr in Buchform erscheinen.

Stand: Juni 2010