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17.05.2012 :: Deutsch :: Druckversion
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Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg



Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg

Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg. Die Tagungen des Gauleiters Friedrich Hildebrandt mit den NS-Führungsgremien des Gaues Mecklenburg 1939 - 1945. Eine Edition der Sitzungsprotokolle.

Im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin eingeleitet und kommentiert von Michael Buddrus, unter Mitarbeit von Sigrid Fritzlar und Karsten Schröder (Quellen und Studien aus den Landesarchiven Mecklenburgs und Vorpommerns, Bd. 10), Edition Temmen, Bremen 2009, 1100 Seiten, 39,90 Euro. ISBN 978-3-8378-4000-1


Friedrich Hildebrandt - Gauleiter, Reichsstatthalter und Reichsverteidigungskommissar des Gaues Mecklenburg der NSDAP - konferierte im Zweiten Weltkrieg alle vierzehn Tage mit den wichtigsten NS-Funktionären seines Herrschaftsbereiches. Diese geheimen Tagungen der mecklenburgischen NS-Führungsstäbe gehörten zu den wichtigsten Herrschaftsmitteln der regionalen NS-Eliten, wurden doch hier die Maßahmen erörtert und festgelegt, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung des Landes im Krieg prägten.
Die in diesem Band edierten, ursprünglich für das Privatarchiv des Gauleiters angefertigten Sitzungsprotokolle werfen in dieser Form bislang unbekannte Schlaglichter auf Herrschaftspraktiken des NS-Regimes, auf das Innenleben nationalsozialistischer Führungszirkel, auf Denkweisen und Tätigkeiten maßgeblicher 'Hoheitsträger' an der Basis der NS-Diktatur; sie beleuchten damit gleichermaßen komplexe wie differenzierte Diskussionen, Kontroversen und Entscheidungen, Befehlswege und Strategien des Krisenmanagements 'aus erster Hand', die bislang weitgehend im Dunkeln lagen.
Noch nie konnte man in dieser Form 'mitlesen', wie die führenden Repräsentanten des NS-Regimes auf der Gauebene miteinander gesprochen und gestritten, Entscheidungen gesucht, Befehle gegeben - und Ratlosigkeit kaschiert haben. Durch die in diesem Band umfänglich erläuterten und kommentierten Originalaufzeichnungen werden die Lebensverhältnisse der deutschen Kriegsgesellschaft an der 'Heimatfront' des Dritten Reiches ebenso deutlich, wie die sich in den scheinbaren Banalitäten des mecklenburgischen Alltags wiederspiegelnden Monstrositäten des NS-Regimes.
Diese einzigartige Quelle illustriert deutlicher als bislang bekannt den Umfang der Bemühungen der regionalen NS-Funktionsträger zur Führung und Mobilisierung der 'Heimatfront' - und bietet in einigen Bereichen auch mecklenburgspezifische Überraschungen; sichtbar wird darüber hinaus, wie sich zentrale Vorgaben der Reichsebene in den Bestrebungen der Gauführung zur Politikgestaltung 'vor Ort' niederschlugen, aber auch, wie regionale, gauspezifische Aktivitäten handlungsleitend zu Entscheidungsfindungen auf der Reichsebene beitrugen.

 

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