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Band 3

Gian Enrico Rusconi, Thomas Schlemmer, Hans Woller (Hrsg.): Schleichende Entfremdung? Deutschland und Italien nach dem Fall der Mauer. 2008. 2. Auflage. ISBN 978-3-486-59019-7.
Deutschland und Italien sind durch eine lange und wechselvolle Geschichte verbunden. Nach Allianzen, Kriegen mit- und gegeneinander sowie der brutalen Besetzung der Apenninhalbinsel durch die Streitkräfte des Dritten Reichs schienen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern endlich ein glückliches Gleichgewicht im Zeichen der europäischen Integration gefunden zu haben. Der Fall der Berliner Mauer, der Zusammenbruch des Ostblocks und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Oktober 1990 führten jedoch zu einer grundlegenden Neuordnung des politischen Koordinatensystems in Europa, in dem das Gewicht Deutschlands auch gegenüber Italien wuchs. Seither reißen die Warnungen vor einer schleichenden Entfremdung nicht mehr ab. Der vorliegende Band liefert eine Bestandsaufnahme der bilateralen Beziehungen und versucht eine Antwort auf die Frage, wie es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien wirklich bestellt ist. Aus dem Inhalt: Vorbemerkung I. Thesen Gian Enrico Rusconi, Die politischen Wurzeln der schleichenden Entfremdung Hans Woller, Vom Mythos der schleichenden Entfremdung II. Die Bühne der großen Politik Stefan Ulrich, Ähnliche Ideen, wenige Probleme – und kein gemeinsames Projekt. Die politischen Beziehungen seit der Wiedervereinigung Angelo Bolaffi, Eine unendliche Geschichte als Fortsetzungsroman? III. Wirtschaft und Gesellschaft Rolf Petri, Die deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen – Realität und Perzeption Henning Klüver, Stereotype und Perzeptionen. Impressionen eines deutschen Journalisten in Italien IV. Stand und Perspektiven des Kulturaustausches Elena Agazzi, Die Germanistik in Italien nach 1989 Susanne Höhn, Beharrlichkeit im Wandel, Lücken im Gesamtbild. Deutsche und Italiener in der gegenseitigen Wahrnehmung Ulrike Stepp, Im Zeichen von „Erasmus“. Deutsch-italienischer Universitätsaustausch und europäische Integration V. Die Geschichtswissenschaft als Prüfstein Lutz Klinkhammer, Zeitgeschichtliche Exzellenzforschung und zeitgenössische Wahrnehmungsstörungen Christof Dipper, Dialog und Transfer als wissenschaftliche Praxis. Die Arbeitsgemeinschaft für die Neueste Geschichte Italiens Thomas Schlemmer, Das dichte Netz. Universitäten und Forschungseinrichtungen am Beispiel Münchens Gustavo Corni, Italien und die deutsche Zeitgeschichte
Gian Enrico Rusconi ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Turin und Direktor des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient; veröffentlichte u. a.: Rischio 1914. Come si decide una guerra, Bologna 1987; Cefalonia. Quando gli italiani si battono, Turin 2004; L’azzardo del 1915. Come l’Italia decide la sua guerra, Bologna 2005; Deutschland – Italien, Italien – Deutschland. Geschichte einer schwierigen Beziehung von Bismarck bis zu Berlusconi, Paderborn [u. a.] 2006.
Thomas Schlemmer, geboren 1967, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, 2001-2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom.
Hans Woller, geboren 1952 in Aldersbach/Niederbayern, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und Chefredakteur der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 1985-1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom.
Pressestimmen "ein ebenso interessantes wie außergewöhnliches Buch, treffen darin doch die widersprüchlichen Standpunkte der Autoren ungeschminkt aufeinander", so der ehemalige italienische Ministerpräsident Giuliano Amato anlässlich der Buchpräsentation in der Residenz des Deutschen Botschafters in Rom am 16. Juni 2008 "Es geschieht selten, dass sich zwei Wissenschaftler zusammentun, um dann das exakte Gegenteil des anderen zu behaupten. Aus dieser Spannung bezieht der Sammelband seinen Reiz." Julius Müller-Meiningen, Süddeutsche Zeitung, 14.7.2008 "pointiert und lebendig formuliert ... Wer sich eine Übersicht über den Stand des deutsch-italienischen Miteinanders 18 Jahre nach dem Mauerfall wünscht, wird hier eine anregende Lektüre finden." Martin Zölle, Die Welt, 23.7.2008
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