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Inhaltsverzeichnis 2/2009

Aufsätze:
- Andreas Wirsching: Konsum statt Arbeit? Zum Wandel von Individualität in der modernen Massengesellschaft. (A) [Abstract]
- Matthias Dahlke: Das Wischnewski-Protokoll. Zur Zusammenarbeit zwischen westeuropäischen Regierungen und transnationalen Terroristen 1977. (A) [Abstract] [kostenlos]
- Gerhard Wettig: Die Sowjetunion in der Auseinandersetzung über den NATO-Doppelbeschluss 1979–1983. (A) [Abstract]
Dokumentation:
- Florian Beierl and Othmar Plöckinger: Neue Dokumente zu Hitlers Buch Mein Kampf. [Abstract]
Notizen:
Rezensionen online (Januar–März 2009)
Abstracts
Andreas Wirsching: Konsum statt Arbeit? Zum Wandel von Individualität in der modernen Massengesellschaft.
Gegenstand des Aufsatzes ist das prekäre und uneindeutige Verhältnis zwischen Arbeit, Konsum und Individualität in der modernen Massenkultur. Ausgegangen wird dabei zunächst von der langen Tradition des europäischen Skeptizismus gegenüber der Konsumgesellschaft, die ihrerseits unterschiedliche Wurzeln hat. Konservative, (neo-)liberale und marxistische Traditionen wirkten zusammen, diese grundsätzlich kulturkritische Position bis in die 1970er Jahre hinein aufrecht zu erhalten. Erst in neuester Zeit ist diese Kritik zurückgetreten zugunsten einer grundsätzlichen Akzeptanz des amerikanischen Modells des consumerism. Vor diesem Hintergrund tritt der Faktor Arbeit als ökonomische und moralische Instanz persönlicher Individualität im Verlauf des 20. Jahrhunderts zurück zugunsten der sich in der Massenkultur vervielfältigenden Möglichkeiten, Individualität durch Konsum zu konstruieren. Der Beitrag analysiert diesen tiefgreifenden Wandlungsprozess und reflektiert zugleich Chancen und Grenzen des gegenwärtig aktuellen wissenschaftlichen Paradigmas der Konsumgesellschaft. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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Matthias Dahlke: Das Wischnewski-Protokoll. Zur Zusammenarbeit zwischen westeuropäischen Regierungen und transnationalen Terroristen 1977 [kostenlos]
Das „Wischnewski-Protokoll“ ist das Wortlautzeugnis einer bemerkenswerten Zusammenkunft, die im Herbst 1977 in Wien stattfand. Am Tisch saßen der österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky, im Auftrag der deutschen Bundesregierung ein Vertrauter Hans-Jürgen Wischnewskis und zwei höchstrangige palästinensischen Terroristen, darunter einer der Drahtzieher des Anschlags auf die Olympischen Spiele 1972 in München, Ali Hassan Salameh. Kurz nach der Ermordung Hanns Martin Schleyers und der Entführung der „Landshut“ nach Mogadischu diskutierten die ungleichen Partner über ein Ende des Terrorismus in Europa, das die Palästinenser durch ihre intimen Kenntnisse der terroristischen Netzwerke herbeiführen wollten. Die verlangte Gegenleistung: Politische Anerkennung der PLO, die nicht zuletzt durch das öffentliche Treffen Jassir Arafats mit Willy Brandt und Bruno Kreisky 1979 in Wien erreicht wurde. Die Motivationen der Teilnehmer waren höchst unterschiedlich, jedoch soweit kongruent, dass mindestens im Falle Österreichs „Vereinbarungen“ getroffen wurden. Auch wenn ein Großteil der offenbar langjährig betriebenen Geheimdiplomatie nicht den Weg ins Archiv gefunden haben dürfte, zeigt dieser seltene Fund, dass auch unkonventionellen Wege in der westeuropäischen Antiterrorismuspolitik der 1970er Jahre beschritten wurden. Zur Übersicht / Zum Seitenanfang
Gerhard Wettig: Die Sowjetunion in der Auseinandersetzung über den NATO-Doppelbeschluss 1979–1983. Mit der Mittelstreckenrakete SS 20 suchte die UdSSR sich eine Erstschlagsfähigkeit in Europa zu verschaffen. Das rief bei Bundeskanzler Schmidt und anderen Regierungschefs in Westeuropa Sorge hervor. US-Präsident Carter lehnte es ab, dieses Waffensystem zu einem Thema bei den Verhandlungen über strategische Rüstungskontrolle zu machen; er wollte das Problem durch eine eurostrategische Gegenrüstung lösen. Schmidt unterbreitete ein paralleles Verhandlungsangebot, musste aber, falls die UdSSR nicht darauf eingehen sollte, die Gegenrüstung gegen eine weithin antinukleare Öffentlichkeit in seinem Land durchsetzen. Um das zu vermeiden, war Schmidt zu weitreichenden Zugeständnissen bereit, doch die sowjetische Führung lehnte jeden Kompromiss ab und verteidigte ihr Euroraketenmonopol durch Unterstützung der sich formierenden Anti-Raketen-Bewegung in der Bundesrepublik. Diese nahm zwar enormen Umfang an und führte zu Schmidts Sturz, doch nach Reagans Amtsübernahme in Washington Anfang 1981 geriet die UdSSR politisch in die Defensive, und die Standhaftigkeit von Schmidts Nachfolger Kohl ließ die westdeutschen Raketengegner scheitern. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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Florian Beierl und Othmar Plöckinger: Neue Dokumente zu Hitlers Buch Mein Kampf. Im Herbst 2006 kamen in München fünf Seiten eines Manuskripts und 18 Seiten eines Konzepts an die Öffentlichkeit, die sich nach umfangreichen inhaltlichen, materialtechnischen sowie hand- und maschinenschriftlichen Untersuchungen als Entwürfe aus der Hand Adolf Hitlers zu seinem Buch Mein Kampf erwiesen. Sie entstanden im Frühjahr und Sommer 1924 während seiner Festungshaft in Landsberg und stellen den umfangreichsten Textkörper dar, der von Hitler vor der Veröffentlichung seines Buches bekannt ist. Die Dokumente geben nicht nur Einblick in Hitlers Arbeitsweise, sondern auch in seine politische und ideologische Entwicklung Mitte der 1920er Jahre. In biografischer Hinsicht stehen diese Dokumente damit an einer zentralen Schnittstelle zwischen dem rabiaten Parteiführer und dem ideologischen „Programmatiker“, als den sich Hitler in dieser Zeit zunehmend sah. Aufsatz (pdf) kaufen beim R. Oldenbourg-Verlag
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Thomas Schlemmer und Hans Woller: Schreib-Praxis. Das Institut für Zeitgeschichte und der Oldenbourg Verlag organisieren zum dritten Mal ein anwendungsorientiertes Schreibseminar (7.–11. September 2009) [kostenlos]
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