09.10.2017

„Wenn ihr lest, welche Arbeit ich erledigt habe...“




In seiner aktuellen Ausgabe (40/2017) berichtet der „Spiegel“ ausführlich über die Dokumentation der Aufzeichnungen von Marcel Nadjari aus Auschwitz, wo der Jude aus Thessaloniki Dienst im jüdischen Sonderkommando bei den Gaskammern und Krematorien tun musste („Ein halbes Okka Asche“, „Der Spiegel“, Nr. 40 vom 30.09.2017, S. 51; online unter dem Titel „Wenn ihr lest, welche Arbeit ich erledigt habe...“ [kostenpflichtig]).

Angesichts der drohenden Ermordung verfasste Nadjari Ende 1944 eine ausführliche Abschiedsbotschaft an Freunde und Verwandte und vergrub sie in einer Thermosflasche in der Nähe des ehemaligen Krematoriums III im Boden. Dort wurde sie 1980 gefunden, stark verwittert und nur noch fragmentarisch lesbar. Dem Historiker Pavel Polian ist es nun in Kooperation mit dem russischen IT-Spezialisten Aleksandr Nikitjaev gelungen, mit einem speziellen technischen Verfahren den Text zum Großteil wieder lesbar zu machen. Im Oktoberheft der VfZ ist er nun, versehen mit Polians Einleitung, auf Deutsch nachzulesen. „Ein ebenso bewegendes wie bedrückendes Dokument“, urteilt „Spiegel“-Zeitgeschichtsexperte Klaus Wiegrefe.

Sein Artikel hat inzwischen auch schon bei polnischen Medien Interesse erregt:


www.rmf24.pl/fakty/swiat/news-der-spiegel-odczytano-gryps-czlonka-sonderkomanda-z-auschwit,nId,2447555


wiadomosci.dziennik.pl/historia/aktualnosci/artykuly/559429,odczytano-gryps-zydowskiego-czlonka-sonderkomanda-z-auschwitz.html







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