Netzwerke, Zukunftsverheißungen und Kulturen der Gewalt in Europa 1922 bis 1945
Vom 28. bis 30. Juni 2012 veranstaltet das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin in München gemeinsam mit der Universität Konstanz (Sven Reichardt) und der LMU München (Martin Baumeister) eine internationale Tagung zum Thema Die faschistische Herausforderung. Netzwerke, Zukunftsverheißungen und Kulturen der Gewalt in Europa 1922 bis 1945 (Beginn 14 Uhr)
Programm
Faschismusdebatte und Faschismusforschung seit 1990
Transfer zwischen Affinität und Differenz Reichweite, Dichte und Tragfähigkeit faschistischer Netzwerke
Herrschaft und Zukunft Biopolitische Visionen, Rassismus und Führerkult
„Neue Menschen“ und „neue Kriege“
Podiumsdiskussion: Anthropologische Revolution und totalitäre Herrschaft Möglichkeiten und Grenzen des historischen Vergleichs
Der europäische Faschismus war sowohl ein transnationales als auch ein internationales Phänomen. Der Begriff transnational hebt dabei auf die Tatsache ab, dass wir es bis 1933 nicht mit Beziehungen und Interdependenzen zwischen Staaten oder staatlichen Organisationen zu tun haben, sondern mit Austausch- und Lernprozessen, die sich zumeist jenseits und abseits der bekannten Kanäle zwischenstaatlicher Kommunikation vollzogen.
In der Forschung haben diese Netzwerke bisher ebenso wenig Aufmerksamkeit gefunden wie die informelle faschistische »Internationale«, die sich seit Mitte der 1920er Jahre herausgebildet hat. Die Konferenz »Die faschistische Herausforderung« nimmt den 90. Jahrestag des »Marsches auf Rom« zum Anlass, die neue Faschismusdebatte seit 1990 mit der älteren Diskussion zu kontrastieren und das Innovationspotenzial ihrer Forschungsfelder im Praxistest genauer zu bestimmen. Sie will ein Schlaglicht auf weitgehend vergessene Aspekte der Geschichte des Faschismus werfen und der Forschung neue Anstöße geben.
Kernstück ist die Untersuchung nationaler und transnationaler Kulturen des Faschismus, die Auseinandersetzung mit den faschistischen Netzwerken, mit ihrer Reichweite und Konsistenz, ihrer ideologischen Spezifik und inneren Kohäsion sowie mit ihren Zukunftsprojektionen. Schließlich stehen die Gewalt und Vernichtungspotenziale im Mittelpunkt, die im Zweiten Weltkrieg und im Holocaust schauerliche Realität wurden.
Tagungsort:
Institut für Zeitgeschichte
Leonrodstraße 46b
80636 München
Kontakt:
Anmeldung erbeten bis 22. Juni bei Barbara Schäffler (Organisation) –
schaeffler(at)ifz-muenchen.de
Thomas Schlemmer und Hans Woller (wissensch. Konzeption)
schlemmer(at)ifz-muenchen.de;
woller(at)ifz-muenchen.de
Telefon und Telefax: 0049-89-126880; 0049-89-12688191
Weitere Hinweise: www.ifz-muenchen.de
Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch (mit Simultanübersetzung)
Vollständiges Tagungsprogramm zum Download [pdf]
Plakat zum download [pdf]
News collegate:
Tagungsbericht - 24-10-12 10:56