1987 - Der Ostblock vor dem Zusammenbruch. Einladung zur Konferenz in der Gedenkstätte Berliner Mauer vom 31. Mai bis 2. Juni 2012
Vor 25 Jahren, 1987, konnte niemand ahnen, dass der „Ostblock“ nicht mehr lange existieren würde und sich am Ende sogar die Sowjetunion auflösen würde. Doch im „Ostblock“ taten sich bereits erste Risse auf. Die Menschen erhofften sich vom neuen Mann im Kreml, Michail Gorbatschow, grundlegende Reformen und damit ein besseres Leben.
1987 war ein ereignisreiches Jahr: US-Präsident Ronald Reagan besuchte Berlin und rief vor dem Brandenburger Tor Gorbatschow auf, die Mauer niederzureißen. Die deutsch-deutsche Annäherung erreichte mit dem Besuch Honeckers bei Helmut Kohl einen Höhepunkt. Papst Johannes Paul begab sich auf eine historische Reise in seine Heimat und begeisterte die Polen. In Rumänien kam es zu Unruhen. In Moskau schrillten angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Lage die Alarmglocken. Selbst Steinzeitkommunisten wie der bulgarische KP-Chef Schiwkow schienen den Ernst der Lage zu erkennen und dachten über Wirtschaftsreformen nach. Doch die in Gorbatschow gesetzten Hoffnungen auf einen Wandel wurden vielfach enttäuscht (wie etwa bei seinem Besuch in der Tschechoslowakei ).
Auf der internationalen Konferenz in Berlin analysieren Experten die Hintergründe und beleuchten, was sich damals hinter den Kulissen wirklich abspielte: in Moskau, Washington, Bonn, Paris, London und Ost-Berlin sowie in den anderen „Ostblockstaaten“.
Programm
Donnerstag, 31. Mai 2012
16.00 Uhr: Eröffnung
Maria Nooke (Gedenkstätte Berliner Mauer)
Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst)
Udo Wengst (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin)
Stefan Karner (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung Graz – Wien)
16.15–17.30 Uhr: Panel 1 – Perestrojka damals und heute
Perestrojka aus sowjetischer Sicht (Boris Chavkin, Russische Staatliche
Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau)
Perestrojka aus amerikanischer Sicht (Mark Kramer, Harvard University)
Chair: Stefan Karner (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz – Wien)
Freitag, 1. Juni 2012
9.00–10.45 Uhr: Panel 2 – Die gebrannten Kinder
Die ČSSR 1987 – Hoffnungen auf Gorbatschow (Oldřich Tůma, Tschechische Akademie der Wissenschaften, Prag)
Ungarn 1987 (Csaba Békés, Cold War Research Center, Budapest)
DDR 1987 – „Von der Sowjetunion lernen ...“ (Maria Nooke, Gedenkstätte Berliner Mauer)
Chair: Ol’ga Pavlenko (Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau)
10.45–11.15 Uhr: Kaffeepause
11.15–12.30 Uhr: Panel 3 – Steinzeitkommunismus im Südosten?
Todor Živkovs Systemtransformationsversuch in Bulgarien 1987 (Iskra Baeva, Kliment Ohrid-Universität Sofia)
Entbehrung, Diktatur und die Unruhen in Braşov (Mark Kramer, Harvard University)
Chair: Viktor Iščenko (Russische Akademie der Wissenschaften, Moskau)
12.30–14.00 Uhr: Mittagspause
14.00–16.00 Uhr: Panel 4 – Staatsbesuche mit Folgen
Reagan in Berlin (Günter Bischof, University New Orleans)
Honecker in Bonn (Manfred Wilke, Berlin)
Papstbesuch in Polen (Bogdan Musial, Kardinal-Stefan-Wyszynski-Universität Warschau)
Chair: Barbara Stelzl-Marx (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz – Wien)
16.00–16.30 Uhr: Kaffeepause
16.30–18.30 Uhr: Panel 5 – Seismograph Moskau?
Reaktionen in Moskau (Michail Prozumenščikov, Russisches Staatsarchiv für Zeitgeschichte)
Krisensitzungen in Moskau: die KPdSU und die osteuropäischen kommunistischen Parteien 1987 (Peter Ruggenthaler, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung Graz – Wien)
Gorbatschow und die deutsche Frage (Andreas Hilger, Universität Hamburg)
Chair: Aleksandr Bezborodov (Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau)
Samstag, 2. Juni 2012
9.00–10.30 Uhr: Panel 6 – Der Westen schweigt?
Thatcher und die deutsche Frage (Anne Deighton, Oxford University)
Mitterrand und Kohl (Georges-Henri Soutou, Université Sorbonne)
Chair: Gerhard Wettig
10.30–11.00 Uhr: Kaffeepause
11.00–12.30 Uhr: Panel 7 – Öffentliche Reaktionen in beiden deutschen Staaten und Frankreich
Die Deutschen und Gorbatschow (Hermann Wentker, Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin)
Die Franzosen und Gorbatschow (Christian Wenkel, LMU München)
Chair: Udo Wengst (Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin)
12.30–13.00 Uhr: Abschlussdiskussion
Moderation: Stefan Karner
Diskutanten: Helmut Altrichter (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg), Günter Bischof (University New Orleans), Manfred Wilke
Veranstaltungsort: Gedenkstätte Berliner Mauer,
Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch
Die Konferenz wird vom Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, der Gedenkstätte Berliner Mauer, dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und dem Institut für Zeitgeschichte München - Berlin durchgeführt.
Kontakt / Anmeldung
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Vinzenz Stampf | Zwieseler Straße 4 | 10318 Berlin
Email:
kontakt(at)museum-karlshorst.de
Tel.: +49 (0)30 - 501 508-55
Um eine verbindliche Anmeldung wird aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl gebeten. Der Eintritt ist frei.
Tagungsprogramm zum download [pdf]