Das Innenleben der Politik

Tagungstelegramm: Basisaktivismus 1962−1983 in Westdeutschland

Was zeichnet politischen Wandel aus? Und wie lässt sich sein Erfolg bewerten? Diese Fragen standen im Zentrum von Belinda Davis’ Vortrag zur „68er“-Bewegung in Westdeutschland. Davis verband in ihrer Analyse Entwicklungen, die meist getrennt betrachtet werden, etwa die Studenten- und die Friedensbewegung. Dadurch eröffnete sie neue Perspektiven auf den gesellschaftlichen Wandel der Bundesrepublik.

Davies erörterte, wie tiefgreifend die Aktivistinnen und Aktivisten Veränderung verstanden. Sie wollten nicht nur gesellschaftliche Verhältnisse verändern, sondern auch sich selbst. Neuere Studien haben die Reichweite dieser Bewegungen teils kritisch bewertet. Davis betonte dagegen ihren langfristigen Einfluss. Die Aktivistinnen und Aktivisten hätten Formen partizipativer Demokratie in die gesellschaftliche Mitte getragen und damit politische Teilhabe neu definiert. Zugleich hätten sie Debatten über Repräsentation, politische Organisation und die Bedeutung des „Radikalen“ angestoßen.

Im Anschluss diskutierte Belinda J. Davis (Rutgers University, New Jersey) ihre Thesen mit Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München) und Isabel Heinemann (Institut für Zeitgeschichte).

Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der LMU München, dem Institut für Soziologie, dem Bereich Gender Studies sowie dem Lehrstuhl für Neueste Geschichte.



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