Europa - wie hältst Du's mit der Demokratie?

Tagungstelegramm: Historische Perspektiven auf eine Schlüsselfrage europäischer Integration

"Europa" und "Demokratie" wurden in den vergangenen Jahrzehnten häufig in einem Atemzug genannt. Doch dieses Bezugssystem ist ins Wanken geraten. In den "jungen" Mitgliedsstaaten der EU in Osteuropa werden Populismus, Einschnitte bei Grundrechten, in die Gewaltenteilung und die parlamentarische Entscheidungsfindung beklagt. Auch in den "älteren" EU-Staaten gibt es Krisenerscheinungen, und der Union und ihren Institutionen wird oft ein markantes "Demokratiedefizit" attestiert. Scheitert Europa an seinen eigenen Ansprüchen? Danach fragte am Donnerstag, 15. November 2018, eine Podiumsdiskussion am Institut für Zeitgeschichte in München. Dominik Geppert (Universität Bonn), Silke Mende (Institut für Zeitgeschichte München - Berlin) und Martin Schulze Wessel (LMU München) diskutierten darüber, welche Erwartungen, Ängste und Enttäuschungen das Bild eines "demokratischen Europa" prägten und prägen. Die Moderation übernahm IfZ-Direktor Andreas Wirsching.

Die Podiumsdiskussion war Teil des Workshops "Das 'demokratische Europa'? Demokratie- und Parlamentarismusgeschichte Europas seit 1970", der am 15. und 16. November am IfZ stattfand. Ausgehend vom Topos des "demokratischen Europa" als gedachter Ordnung diksutierten Forscherinnen und Forscher aus der Geschichts- und Politikwissenschaft die Frage nach dem demokratischen Selbstverständnis und der politischen Praxis in verschiedenen europäischen Staaten sowie innerhalb des europäischen Institutionengefüges. Die Tagung wurde von Silke Mende, Caroline Rieger und Thomas Raithel (alle Institut für Zeitgeschichte) in Kooperation mit der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e.V. organisiert und vom GraduateCenter der LMU finanziell gefördert. Ein ausführlicher Tagungsbericht wird in Kürze bei H-Soz-Kult erscheinen.



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