11.06.2018

Ausgezeichnet



Nadine Freund hat den Wissenschaftspreis „Hessische Geschichte und Landeskunde“ erhalten. Die IfZ-Historikerin wurde für ihre Arbeit „Teil der Gewalt. Das Regierungspräsidium Kassel und der Nationalsozialismus“ ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für Forschungsarbeiten vergeben, die sich dem kulturellen Erbe Hessens widmen.

 

Bild rechts: Staatssekretär Patrick Burghardt überreichte Nadine Freund den hessischen Wissenschaftspreis. In der Mitte der zweite Preisträger Martin Belz.

 

Nadine Freund geht in ihrer Studie, die sie von 2014 bis 2017 im Auftrag des Landes Hessen/Regierungspräsidium Kassel verfasst hat, vor allem zwei Fragen nach: Welche Rolle spielte die Behörde bei der Verfolgung der Juden und welche Stellung hatte das Kasseler Regierungspräsidiums im polykratisch anmutenden Machtgeflecht der NS -Diktatur. Dabei richtet sie den Fokus auch auf die Bedingungen des Aufstiegs und der Machtsicherung der Nationalsozialisten im Regierungsbezirk im Zusammenspiel mit der Behörde sowie auf die leitenden Mitarbeiter, deren Verantwortlichkeiten und ihre Wege nach dem Ende des „Dritten Reiches".

 

Nadine Freund wurde 1978 in Fulda geboren. Sie hat in Kassel studiert und war an der dortigen Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte tätig. In ihrer Dissertation setzte sie sich mit der Verwaltungsjuristin und Leiterin des Deutschen Frauenrings (DFR), Theanolte Bähnisch (1899–1973), auseinander.


Seit Dezember 2017 arbeitet die Historikerin am Institut für Zeitgeschichte im Forschungsprojekt zum Bundeskanzleramt und dessen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Ihr Teilprojekt untersucht „Das Bundeskanzleramt und die Demokratie. Erfahrungsreservoirs, Grundvorstellungen und Politikstile führender Akteure“.




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