Krise der Parteiendemokratie?

Tagungstelegramm: Silke Mende beleuchtete die historischen Vorläufer gegenwärtiger Krisendiagnosen


Angesichts des Aufstiegs populistischer Bewegungen, der Wahlerfolge rechter Parteien und der abnehmenden Bindekraft klassischer Volksparteien ist seit geraumer Zeit von einer „Krise der Parteiendemokratie“ oder gar einer „Krise der Repräsentation“ die Rede. Mehr noch als die wissenschaftliche Analyse prägen solche Debatten und Diagnosen die Auseinandersetzungen in Politik, Gesellschaft und Medien, und das bei weitem nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas und darüber hinaus.

Silke Mende, Stellvertretende Direktorin des Centre Marc Bloch, beleuchtete diese Themen in einem Abendvortrag am 21. November aus einer zeithistorischen Perspektive. Wie neu ist das Reden von der „Krise“, und welche Befunde stecken dahinter? Anhand einiger Schlaglichter erläuterte die frühere IfZ-Wissenschaftlerin, wie sehr aktuelle Debatten mitunter an ältere Diskussionen anknüpfen. Moderiert von Elke Seefried, der Zweiten Stellvertretenden Direktorin des  IfZ, zeigte Silke Mendes Vortrag auf, dass gegenwärtige Krisendiagnosen mit grundlegenden Entwicklungen und Veränderungen in Politik und Gesellschaft zusammenhängen, die teilweise einige Jahrzehnte weit zurückreichen

Der Abendvortrag war eingebettet in den Workshop "Europas Parteiendemokratie in der Krise? Politische Parteien und Bewegungen im gesellschaftlichen Wandel", einer Kooperation mit dem Graduate Center der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien.



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