Die Politik des „antifaschistischen Humanismus“

Tagungstelegramm: Kulturelle Erneuerung als Entwurf für „das andere Deutschland“ (1935–1953)

Nach der Niederlage der Volksfront bei der Saarabstimmung 1935 verlagerte sich das Interesse antifaschistischer Intellektueller im Exil auf einen kulturellen Gegenentwurf zum nationalsozialistischen Deutschland. Dieser zielte auf die Wiedererweckung eines vage definierten Humanismus der Weimarer Klassik. Damit vereinte er ältere konservative Traditionen mit der Ideologie der KPD-gesteuerten Volksfront, wie Andreas Agocs von der University of the Pacific in seinem Vortrag am Mittwoch, 13. März 2019,  im Forum Willy Brandt Berlin zeigte. Auf Einladung der Berliner Abteilung des Instituts für Zeitgeschichte stellte er dar, wie die vielfaltigen Stränge dieses „antifaschistischen Humanismus“ in dem 1945 in der sowjetischen Besatzungszone gegründeten „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ kulminierten. Dessen überparteiliche Ansprüche scheiterten jedoch – sowohl aufgrund seiner politischen Instrumentalisierung als auch wegen seiner eigenen Widersprüche.



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