Kooperation, Konkurrenz und Kairos

Tagungstelegramm: Die unwahrscheinliche Geschichte der Entstehung einer europäischen Wissenschaftspolitik

Seit den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich Wissenschaftspolitik zu einem bedeutsamen Feld europäischer Kooperation und Integration. Dieser Weg war, wie Kiran Klaus Patel (Maastricht University)  in seinem Vortrag am Donnerstag, 23. Mai 2019, am Münchner Institut für Zeitgeschichte verdeutlichte, durch vielfache, sich gegenseitig dynamisierende Konstellationen von Konkurrenz und Kooperation charakterisiert – zwischen den Positionen verschiedener nationaler Regierungen, dem Beitrag von häufig national aufgestellten Wissenschaftsorganisationen, der Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure, aber auch dem Wechselverhältnis verschiedener Foren internationaler Kooperation in Westeuropa. Hinzu kamen globale Faktoren, etwa die Herausforderung durch Japan. Erst aus diesem Wechselspiel erklärt sich, warum Europa zunehmend zu einem spezifischen Feld und Raum in der Wissenschaftspolitik wurde, so die These des Redners.
Der Vortrag von Kiran Klaus Patel war Teil des Workshops „Macht. Wissen. Wettbewerb. Deutsche und europäische Wissenschaftspolitik im Technology Race“ der DFG-Forschergruppe „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“. Kooperationspartner waren die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Deutsche Museum.



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