Das European Museum Forum hat die Dokumentation Obersalzberg mit einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet: Die Ehrung geht an das historische Museum in Berchtesgaden, das 2023 sowohl einen großen Erweiterungsbau als auch die neue Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ eröffnen konnte. Es befasst sich mit der Geschichte des Obersalzbergs, der in der Zeit des Nationalsozialismus zu Adolf Hitlers zweitem Regierungssitz ausgebaut wurde.
Im spanischen Bilbao wurden am vergangenen Samstag die European Museum of the Year Awards verliehen. Zusätzlich zu den Preisen zeichnete die Jury ausgewählte Museen mit Anerkennungen für hervorragende Leistungen in besonderen Bereichen aus. In diesem Jahr ging die erste dieser Special Commendations an die Dokumentation Obersalzberg.
Die Jury würdigte die Dokumentation Obersalzberg als „ein Museum, das ein einladender Ort des Erinnerns, des Lernens und der historisch-politischen Bildung ist, ein Erinnerungsort, der sich kritisch mit einer schwierigen Vergangenheit auseinandersetzt, um die bis heute andauernden Realitäten von Verfolgung, Krieg und Völkermord zu thematisieren.“
Der European Museum of the Year Award wird seit 1977 unter der Schirmherrschaft des Europarats verliehen und ist einer der wichtigsten europäischen Museumspreise. Er steht für Innovation und Exzellenz in neuen oder grundlegend überarbeiteten Museen – unabhängig von Größe oder inhaltlicher Ausrichtung – und spiegelt die kulturelle Vielfalt Europas wider. Besonderen Stellenwert haben kreative und innovative Ansätze der Präsentation und Wissensvermittlung unterschiedlichster Themen. Die Dokumentation Obersalzberg war 2026 gemeinsam mit 34 anderen Häusern aus 16 europäischen Ländern für die European Museum Awards nominiert.
Damit wurde die Dokumentation Obersalzberg erneut als eines der besten Museen Europas ausgezeichnet. Im Vorjahr hat sie mit dem Luigi Micheletti-Award bereits einen bedeutenden Europäischen Museumspreis gewonnen.