Demokratie und Geschlecht

Neues IfZ-Forschungsprojekt von der Gerda Henkel Stiftung bewilligt

Seit 2019 fördert die Gerda Henkel Stiftung Projekte, die Demokratie als Konfliktgeschichte um gerechte Ordnung, gute Herrschaft und Teilhabechancen in den Blick nehmen. In diesem Jahr hat der am IfZ angesiedelte Arbeitskreis „Demokratie und Geschlecht“ den Zuschlag für ein Vorhaben erhalten, das den Wandel von Geschlechterverhältnissen systematisch auf die Demokratiegeschichte in Deutschland im 20. Jahrhundert bezieht. Es untersucht die konfliktreichen Aushandlungen von Geschlechterordnungen in den deutschen Demokratien von der Weimarer Republik bis in die 1990er Jahre.

Die Teilprojekte konzentrieren sich auf drei Felder, in denen sich die konflikthafte Bezüglichkeit von Demokratie und Geschlecht besonders plastisch zeigt. Ein Postdoc-Projekt nimmt die Veränderungen von Geschlechterordnungen in ländlichen Räumen der Weimarer Republik in den Blick. Dazu treten zwei Dissertationsprojekte zur bundesrepublikanischen Geschichte: über Antifeminismus von den 1950er bis in die 1990er Jahre sowie über transnationale Politiken von politisch verfolgten Exilantinnen zwischen 1967 und 1989.

Angesiedelt sind die Einzelprojekte am IfZ in München sowie an den Universitäten Münster und Bochum. Die Projektarchitektur nimmt die Netzwerkvorteile des Arbeitskreises „Demokratie und Geschlecht“ auf. Alle Teilprojekte werden in einem kompetitiven Ausschreibungsverfahren vergeben; beginnen sollen die Forschungsarbeiten im Juli 2022.



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