Das zweite Heft des 74. Jahrgangs der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte eröffnet Felix Lieb, der untersucht, wer für die Illustration von Joachim Fests Hitler-Biografie im Stern verantwortlich zeichnete und welche Narrative damit verbunden waren. Udo Grashoff beschäftigt sich mit dem Umgang, den das SED-Regime seit 1948 mit Parteimitgliedern pflegte, die nach 1933 in die Fänge der Gestapo geraten waren. Frank Bajohr fragt danach, wie umkämpft der Begriff „anständig” in der NS-Zeit gewesen ist, wie das Regime versucht hat, ihn in entkernter Form zu okkupieren, und wie Anständigkeit von den Gegnern des Nationalsozalismus gegen Hitlers Herrschaft in Stellung gebracht worden ist. Dieser Beitrag ist bis zum Erscheinen des nächsten Hefts im Free Access zugänglich. Yuliya von Saal schließlich präsentiert in ihrer Dokumentation die Erfahrungen von Kindern, die im Sommer 1941 vor der Wehrmacht aus den westlichen Territorien der Sowjetunion flüchten mussten. Die aktuellen Bezüge, die dabei aufscheinen, sind mehr als beklemmend.