„Leider habe ich zu wenig Zeit, um allen Zorn niederzuschreiben und alle Ungerechtigkeiten, die in den Zeitungen nur angedeutet sind, ausführlicher zu behandeln“. So schließt August Eicheler im März 1933 einen Tagebucheintrag, in dem er den radikalen Umbruch von der Weimarer Demokratie in die nationalsozialistische Diktatur aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel beschreibt.
Zeitdiagnosen eines katholischen Familienvaters
Im Archiv des IfZ ist ein umfangreicher Bestand der Familie Eicheler erhalten. Kernstück des Bestandes sind die tagebuchartigen Aufzeichnungen von 1931 bis 1945 des katholischen Kaufmanns und sechsfachen Familienvaters August Eicheler. Die Tagebücher sind dabei ergänzt durch beiliegende Flugschriften, Druckschriften, Presseartikel, persönliche Korrespondenz, Werbematerialien und einzelne Fotos. Neben alltäglichen Angelegenheiten der fest im katholischen Milieu in Frankfurt a. Main verwurzelten Familie dokumentiert und kommentiert Eicheler detailreich seine Beobachtung zu den politischen Umbrüchen, zur Repression gegen politische Gegner und zu antisemitischen Verfolgungen bis hin zu den Deportationen aus seiner Heimatstadt.
Die Ausstellung kann werktags im IfZ besucht werden
Noch bis Ende April zeigt das Archiv des Instituts für Zeitgeschichte erstmalig diesen spannenden privaten Nachlass. Die Ausstellung mit ausführlichen Infotafeln und den originalen Dokumenten kann zu den üblichen Öffnungszeiten des IfZ besichtigt werden, am Montag, Dienstag und Freitag von 9 bis 16.30 Uhr und am Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.