Kriegskindheiten im besetzten Belarus 1941–1944

Tagungstelegramm und Video: Erfahrungen – Erinnerungen – Folgen

Kinder zählen zu den ersten Opfern eines Krieges, doch können sie auch selbst wirkmächtige Akteure sein. Yuliya von Saal hat die überraschend vielfältigen Erfahrungen von Kindern in Belarus untersucht - während des Zweiten Weltkriegs eine sowjetische Teilrepublik unter deutscher Besatzungsherrschaft. Ihre Studie zeigt, dass Minderjährige keineswegs nur eine randständige Opfergruppe des Vernichtungskrieges waren. Je nach Alter, Geschlecht und NS-„Rassenhierarchie“ partizipierten Kinder am Kriegsgeschehen und forderten damit oft die Besatzer zu Praktiken heraus, die in den Kriegsplanungen so nicht vorgesehen waren. Kinder wurden dabei früh erwachsen, sie entdeckten Handlungsspielräume und entwickelten Überlebensstrategien, über die Erwachsene oft nicht verfügten. 

Martina Winkler (Universität Kiel) und Johannes Hürter (Institut für Zeitgeschichte) haben gemeinsam mit Yuliya von Saal deren Forschung über Kriegskindheiten diskutiert und gezeigt, wie wichtig es ist, Kinder als Subjekte mit eigenen Verhaltensweisen in unser Verständnis von Vergangenheit zu integrieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Isabel Heinemann, Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte.

Die Diskussion steht als Video bei YouTube zur Verfügung.



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