Das IfZ-Archiv hat Tagebücher, Hefte und Notizsammlungen von Sophie Scholl digitalisiert und auf der Open-Access-Plattform Zeitgeschichte Open veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass persönliche Zeugnisse aus der umfangreichen Sammlung zur Widerstandsgruppe „Weißen Rose“ online lesbar gemacht werden.
In den ausgewählten Bänden des Bestands „ED 474 – Nachlass Inge Aicher-Scholl“ sind vielfältige Dokumente überliefert: Neben Tagebucheinträgen finden sich Aufzeichnungen, Bleistiftskizzen und Aquarellzeichnungen, die einen persönlichen Einblick in Sophie Scholls Gedanken, Interessen und Ausdrucksformen ermöglichen. In ihren Tagebucheinträgen verarbeitete sie etwa ihre Erfahrungen während des Reichsarbeitsdienstes 1941, brachte religiöse Überlegungen zu Papier oder entwarf Briefe an ihre Geschwister und den Verlobten, Fritz Hartnagel.
Nicht zuletzt durch das Engagement ihrer älteren Schwester, Inge Aicher-Scholl, gehören Hans und Sophie Scholl heute zu den Ikonen des deutschen Widerstands. Bereits vor Kriegsende begann Aicher-Scholl Aufzeichnungen, Briefe und Fotos ihrer Geschwister zusammenzutragen; ihre Sammlungstätigkeit setzte sie auch nach 1945 fort. In den 1980er Jahren konnten die Aufzeichnungen noch durch die Unterlagen der Verfolger aus Gestapo und Volksgerichtshof ergänzt werden.